Sony: Warum Streunerkatzen nie allein sind
Wenn Sie an Katzen denken, stellen Sie sich vielleicht Einzelgänger vor, die am liebsten alleine durchs Leben streifen. Doch wir Streunerkatzen sind anders. Wir leben in Kolonien – so wie ich, Sony, in meinem Schrebergarten. Hier gibt es viele von uns: manche schüchtern und unsichtbar, andere neugierig und zutraulich. Gemeinsam bilden wir ein kleines, loses Rudel, das sich über die Jahre eingespielt hat. Jede Katze kennt ihren Platz und ihre Rolle. Bei mir im Revier sind beispielsweise auch Sashimi und Salerno. Diese Gemeinschaft ist für unser Überleben wichtig. Wir teilen Futterplätze, wärmen uns gegenseitig im Winter und passen aufeinander auf. Auch wenn wir nicht immer harmonisch miteinander sind, verbindet uns doch ein unsichtbares Band: das tägliche Überleben.
Warum Kolonien entstehen
In der Schweiz leben nach Schätzungen über 100’000 heimatlose Katzen. Viele stammen ursprünglich von Hauskatzen ab, die ausgesetzt oder nicht kastriert wurden. Mit der Zeit vermehren sie sich – und es entstehen Kolonien. Besonders oft findet man sie in Schrebergärten, auf Bauernhöfen oder bei Industriearealen.
Für uns Katzen bedeutet das Leben in einer Kolonie Sicherheit: Wir können gemeinsam Orte finden, an denen es Futter gibt, oder uns in Schuppen und Unterständen vor dem Wetter schützen. Doch diese Sicherheit ist brüchig. Hunger, Krankheiten und Verletzungen treffen nicht nur eine einzelne Katze, sondern gefährden das ganze Gefüge.
Freunde fürs Leben
In meiner Kolonie habe ich viele Gefährten. Einige sind so scheu, dass sie Menschen kaum nahe kommen – andere trauen sich, neugierig einen Schritt auf Sie zuzugehen, so wie ich. Manchmal gibt es Spannungen, besonders wenn Futter knapp ist. Doch die Freundschaften sind stärker: Wir putzen uns gegenseitig, liegen dicht aneinander, wenn die Nächte kalt sind, und warnen einander, wenn Gefahr droht.
Es mag überraschen, aber Streunerkatzen sind nicht immer einsam. Für uns ist die Gemeinschaft lebensnotwendig – und genau deshalb ist es so wichtig, dass nicht nur einzelne Katzen, sondern ganze Kolonien kastriert und versorgt werden. Bei mir im Schrebergarten sind das rund 50 Katzen.

Warum Hilfe für ganze Kolonien zählt
Eine Kastration schützt nicht nur die einzelne Katze, sondern wirkt auf die ganze Gemeinschaft. Wird eine Kolonie kastriert, stabilisiert sich ihre Zahl. Neue Kätzchen, die oft krank und schwach geboren werden, bleiben aus. Die vorhandenen Katzen können gesünder und länger leben, weil die ständige Belastung durch Nachwuchs und Revierkämpfe entfällt.
Die Stiftung ProTier fördert genau deshalb Kastrationen, die auf ganze Kolonien ausgerichtet sind – wie bei uns im Schrebergarten in Schlieren. Über 25 Katzen konnten dort bereits behandelt werden. Das war nicht nur für mich ein Segen, sondern für alle meine Freunde, die nun mit mir zusammen ein besseres, stabileres Leben führen können.

