Amelia erzählt ihre Geschichte

Ein Hund, viele Stationen: vom «Second-Hand-Hund» zur ProTier Botschafterin

Mein Name ist Amelia. Ich bin ein Labrador, verfressen wie man es von uns kennt – und gleichzeitig ein Second-Hand-Hund und klassischer Pflegeplatz-Fail. Als ich 12 Monate alt war, wurde ich als «Weihnachtsgeschenk» für zwei Kinder über tutti.ch gekauft. Für Menschen schien das wie ein Traum: ein herziger Hund unterm Baum wie man es von vielen Videos nur zu gut kennt. Doch bald kam die Ernüchterung. Die Kinder verloren schnell das Interesse an mir, und die Mutter stand mit mir alleine da – überfordert, ohne Unterstützung. Okay, ich gebe zu, es war nicht einfach mit mir. Aber ich war doch einfach so nervös und wusste nicht, wie ich mich selbst regulieren kann.

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Danach kam ich zu Julia aus dem ProTier Team als Pflegehund. Es gab viele Interessenten für mich, war ich doch ein Labrador und dann auch noch blond und jung. Vier Familien und Einzelpersonen hatten mir ein Zuhause zugesagt, aber ich kam immer zurück, einmal sogar nach nur wenigen Stunden. Niemand wusste, wie mit mir umzugehen ist. Ich war nervös, was sich in vielen Übersprungshandlungen und mir selbst beigebrachte Strategien resultiert. Mehrmals biss ich in Frustmomenten zu. Nicht höchst aggressiv, aber doch etwas zu dolle, da ich einfach nicht wusste, wo ich meine Energie und meinen Frust sonst ausleben sollte. Viele Menschen hätten mich längst aufgegeben. Doch dann kam es wie es kommen sollte: Julia konnte mich irgendwann nicht mehr weggeben. Zu oft hatten wir es probiert und ich war ihr wohl doch zu sehr ans Herzen gewachsen. So endete ich als klassischer Foster Fail. Zum Glück, denn heute sind wir ein Dreamteam und alle lieben mich mit meiner offenen, freundlichen Art. Wir haben zusammen viel erlebt. So waren wir in Paris, Berlin, Napoli und sogar in Capri auf einem Boot. Auch habe ich Julia geholfen ihre Hundetrainer-Prüfung zu meistern. Sie meinte, dass sie die nur für mich gemacht hat, damit sie mich noch besser verstehen kann. Dabei ist es doch ganz einfach, denn für Aufmerksamkeit und leckere Kekse mache ich alles was sie will.

Warum ich ProTier Botschafterin für Heimtiere bin

Meine Geschichte ist keine Ausnahme. In der Schweiz landen jedes Jahr hunderte Tiere im Tierheim oder werden über Onlineplattformen wie tutti.ch angeboten – oft unüberlegt angeschafft, überfordert wieder abgegeben. Tiere wie ich sind die Leidtragenden von falschen Entscheidungen, fehlendem Wissen und Impulskäufen. Dazu kommt der ganze Welpenhandel und die steigende Problematik mit Hunden, welche, wie ich es war, teils einfach überfordert sind.

Ich stehe stellvertretend für all diese Hunde. Als Botschafterin von ProTier möchte ich aufklären:

  • warum Tiere keine Geschenke sind
  • warum man sich auf ein Tier vorbereiten muss
  • und warum Ausbildung und Wissen genauso wichtig sind wie Liebe und Geduld

Die harte Wahrheit über Hunde in Not

  • In der Schweiz leben laut BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) über 550'000 Hunde. Tendenz steigend.
  • Viele davon sind junge Hunde wie ich, die irgendwann «zu anstrengend» oder «nicht erzogen» sind oder anderweitig nicht mehr ins Leben passen.
  • Hinter fast jeder Geschichte steckt ein Mangel an Vorbereitung und Wissen: zu wenig Erfahrung, keine klaren Regeln, zu wenig Zeit und Selbstüberschätzung. 

Für uns Hunde bedeutet das Stress, Verunsicherung und manchmal auch ein Stigma. Wir werden als «Problemhunde» abgestempelt, obwohl wir eigentlich nur Orientierung durch klare Kommunikation und viel Liebe und Geduld brauchen.

Wissen ist der Schlüssel

Mein Mensch, Julia, hat viel in mich investiert: Training, Kurse, eine Hundetrainerausbildung. Das ganze Investment hat sich sehr gelohnt und wir lernen immer noch. Denn Hundetraining endet nie. Hunde sind keine Maschinen, die einfach „funktionieren“ – wir sind Lebewesen mit Gefühlen, Bedürfnissen und Eigenheiten.

Mit jedem Kurs, mit jeder neuen Erkenntnis wurde unsere Beziehung besser. Heute sind wir ein Team. Noch nicht perfekt, aber echt. Und das ist, was zählt.

Amelias Geschichte zeigt:

  • Hunde sind keine Objekte, die man verschenkt oder weiterreicht.
  • Probleme entstehen oft nicht durch den Hund, sondern durch falsche Erwartungen und fehlendes Wissen seitens Mensch.
  • Mit Geduld, Training und Engagement kann aus einem «schwierigen Hund» ein wunderbarer Begleiter werden. 

Als Botschafterin möchte ich allen ans Herz legen, sich lieber einmal mehr gut zu überlegen, ob ein Hund wirklich ins eigene Leben passt für die nächsten 15 Jahre, bevor man ein Tier aufnimmt.

Dank Ihrer Spende können wir uns für Tiere wie Amelia stark machen

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