Ein Happy End für Goldmarie und Liseli
Manchmal entscheidet eine einzige Sekunde über die gesamte Zukunft eines Tieres. Als eine Diakonie völlig überraschend ihre Schweinehaltung aufgeben musste, stand hinter dem Leben von Goldmarie und Liseli plötzlich ein riesiges, bedrohliches Fragezeichen. Die beiden Kune Kune Schweine brauchten dringend ein neues Zuhause – und zwar schnell.
Für Tiere in einer solchen Notlage läuft die Uhr gnadenlos. Wenn eine Haltung aufgelöst wird und der Platz fehlt, sind die Möglichkeiten schnell erschöpft. Für ProTier war sofort klar: Wir müssen handeln. Wir haben uns auf die Suche nach einem Ort gemacht, an dem die beiden nicht einfach nur "untergebracht", sondern von ganzem Herzen aufgenommen werden.
Ein Anruf und ein sofortiges „Ja!“
Diesen magischen Ort haben wir im Kanton St. Gallen gefunden: bei Stefan vom Lebensraum Känguruhof. Als wir ihn anriefen und von der Not der beiden Schweinedamen erzählten, zögerte er keine Sekunde. Es gab kein Wenn und Aber.
Um den Start für alle so perfekt wie möglich zu machen, haben wir Stefan tatkräftig unter die Arme gegriffen: Wir begleiteten die Aufnahme und helfen beim Bau eines brandneuen Stalls. Alles mit einem Ziel: Goldmarie und Liseli sollen spüren, dass sie angekommen sind.


Ein Ort, der keinen Nutzen fordert
Auf dem Känguruhof sind die beiden in bester Gesellschaft. Hier leben bereits Kasimir, ebenfalls ein Kune Kune Schwein, und Wilhelmine, eine ehemalige Zuchtsau. Beide haben eine dunkle Vergangenheit hinter sich – eine Welt, in der nur das Gewicht zählte und in der man als Nutztier einem harten Zweck zu dienen hatte.
Auf Stefans Hof ist dieser Druck längst Geschichte. Hier zählt nur noch das, was das Leben wirklich lebenswert macht:
- Saftige, grüne Wiesen
- Warme Sonnenstrahlen auf der Haut
- Frische Bergluft
- und die pure Freiheit, einfach ein Schwein sein zu dürfen.
Hier gibt es keinen Menschen, der bewertet. Kein Ziel, dem man entsprechen muss. Genau dieses grenzenlose Glück dürfen Goldmarie und Liseli jetzt auch erleben.
Aufgeregt, neugierig – und im Herzen schon angekommen

Als die Transportboxen aufgingen, war die Aufregung bei allen Beteiligten riesig. Mit trippelnden Schritten erkundeten Goldmarie und Liseli ihr neues Reich. Die Rüssel ganz nah am Boden, wurde jeder Quadratmeter der Wiese akribisch abgegrast, der neue Stall von allen Seiten beschnüffelt und jeder neue Geruch tief eingeatmet. Es war dieses wunderschöne, wache und hochkonzentrierte Stöbern, das Schweine einfach so unverkennbar und liebenswert macht.
Einer hatte zu den Neuankömmlingen natürlich erst einmal eine ganz eigene Meinung: WG-Chef Kasimir. Wer neu auf den Hof kommt, muss sich schließlich erst einmal vorstellen. Zwischen ihm und Goldmarie kam es zu einem kurzen, aber entschlossenen Kräftemessen. Ein bisschen Gerangel, ein paar klare, prüfende Blicke, ein kurzes Naserümpfen – das ganz normale Schweine-Protokoll eben.
Doch so schnell wie die Fronten geklärt waren, so schnell kehrte auch der Frieden ein. Nur wenig später bot sich uns ein Bild, das ans Herz ging: Die Rüsselbande lag bereits friedlich nebeneinander in der warmen Sonne, als wäre es schon immer so gewesen.
So können Sie helfen
Jedes Schwein verdient ein Leben in Sicherheit, fern von Angst und Ausbeutung. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Kampagne Schweinerettung mit Herz – damit wir geretteten Schweinen ein Zuhause schenken, Aufklärung betreiben und langfristig Veränderung bewirken können.
