Worum geht es?

Worum geht es? | Wieso unterstützt ProTier diese Initiative? | Wie können Sie diese Initiative unterstützen?

Jedes Jahr leiden unzählige Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere unter den Folgen von lärmendem Feuerwerk. Erfahren Sie hier, worum es bei der Feuerwerksinitiative geht, weshalb sie eine Einschränkung von lärmverursachendem Feuerwerk fordert und wie Sie das Anliegen unterstützen können.

Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» wurde am 3. Mai 2022 lanciert. Nach einer erfolgreichen Unterschriftensammlung wurde sie am 3. November 2023 offiziell eingereicht. Anschliessend folgten die Botschaft des Bundesrates, die parlamentarischen Beratungen sowie die Ausarbeitung eines indirekten Gegenvorschlags. Da sich im Parlament keine mehrheitsfähige Lösung durchsetzen konnte, kommt die Initiative nun am 29. November 2026 direkt vors Schweizer Stimmvolk.

Getragen wird die Initiative von mehreren nationalen Tierschutzorganisationen. Zur Trägerschaft gehören der Schweizer Tierschutz STS, die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), die Fondation Franz Weber sowie VIER PFOTEN. Darüber hinaus wird das Anliegen von einer breiten Allianz aus Organisationen aus den Bereichen Tier-, Natur-, Gesundheits- und Landwirtschaftsschutz sowie von zahlreichen Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik unterstützt.

Was soll die Feuerwerksinitiative konkret bewirken?

Die Feuerwerksinitiative fordert kein generelles Feuerwerksverbot. Sie richtet sich ausschliesslich gegen Feuerwerkskörper, die Knall und Explosionen verursachen. Leise Feuerwerksartikel ohne Knalleffekt – beispielsweise Vulkane oder Bengalhölzer – könnten weiterhin verkauft und verwendet werden.

Das Ziel der Initiative ist klar: Die Lärmbelastung für Tiere, Menschen und die Umwelt soll deutlich reduziert werden.

 

Warum ist Feuerwerk ein Tierschutzproblem?

Für viele Menschen dauert das Feuerwerk nur wenige Minuten. Für Tiere kann diese Zeit jedoch mit enormem Stress verbunden sein.

Tiere verfügen häufig über ein deutlich empfindlicheres Gehör als Menschen. Die unvorhersehbaren Knallgeräusche lösen Angst- und Fluchtreaktionen aus, die zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen können.

Haustiere

Für viele Hunde, Katzen und Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster bedeuten Feuerwerkskörper puren Stress. Sie zittern, hecheln, verstecken sich oder geraten in Panik. Manche verweigern das Futter oder trauen sich tagelang nicht mehr nach draussen. Besonders Kleintiere reagieren als Fluchttiere äusserst empfindlich auf plötzliche Knallgeräusche und Lichtblitze. Immer wieder verletzen sich Tiere bei panischen Fluchtversuchen oder gehen verloren.

Wildtiere

Auch Wildtiere können den Knallgeräuschen nicht entkommen. Vögel schrecken nachts panisch auf, verlieren die Orientierung und prallen nicht selten gegen Gebäude, Stromleitungen oder andere Hindernisse – mit teils tödlichen Folgen. Rehe, Füchse und andere Wildtiere flüchten kopflos vor der vermeintlichen Gefahr und geraten dabei auf Strassen oder in Zäune. Besonders im Winter oder während der Brut- und Setzzeit kostet jede unnötige Flucht wertvolle Energiereserven und kann die Überlebenschancen der Tiere erheblich beeinträchtigen.

Sogenannte Nutztiere

Oft vergessen werden auch die sogenannten Nutztiere. Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen oder Hühner nehmen die lauten Knallgeräusche ebenfalls intensiv wahr. Viele von ihnen leben auf Weiden oder in offenen Ställen und sind dem Lärm direkt ausgesetzt. Plötzliche Explosionen können starke Stress- und Panikreaktionen auslösen, sodass Tiere flüchten, ausbrechen oder sich gegenseitig verletzen. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Verletzungen oder sogar Todesfällen innerhalb der Herde.

Rechtlicher Rahmen 

Der mit Feuerwerk verbundene Lärm ist kein unvermeidbares Naturereignis, sondern menschengemacht. Obwohl das Schweizer Tierschutzgesetz verlangt, Tiere vor unnötigen Schmerzen, Leiden, Schäden und Angst zu schützen, geraten jedes Jahr unzählige Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere durch lärmverursachendes Feuerwerk in erheblichen Stress. Moderne Alternativen zeigen, dass eindrückliche Lichtshows auch ohne laute Knallkörper möglich sind. Die Feuerwerksinitiative setzt deshalb dort an, wo Tierleid mit einer verhältnismässigen Massnahme reduziert werden kann.

Tierfreundliche Alternativen zum Feuerwerk

Um Feste zu feiern, ohne Tiere unnötig zu belasten, gibt es heute zahlreiche tierfreundliche Alternativen zum klassischen Feuerwerk. Besonders beliebt sind Wunderkerzen und Vulkane, die eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen – ganz ohne laute Knallgeräusche. Auch Drohnen-, Laser- oder LED-Lichtshows begeistern immer mehr Menschen und zeigen, dass eindrucksvolle Inszenierungen auch leise möglich sind. Ergänzt werden können sie beispielsweise durch Lampions, Kerzen oder festliche Dekorationen, die für eine besondere Stimmung sorgen, ohne Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere in Angst und Stress zu versetzen.

Internationale Entwicklung und Alternativen 

Die Diskussion über den Umgang mit Feuerwerk findet nicht nur in der Schweiz statt. Auch in anderen Ländern werden die negativen Auswirkungen von lärmverursachendem Feuerwerk auf Mensch, Tier und Umwelt zunehmend thematisiert. Entsprechend haben verschiedene Staaten und Städte ihre Vorschriften in den vergangenen Jahren verschärft oder den Verkauf bestimmter Feuerwerkskörper eingeschränkt.

In den Niederlanden wurden bereits 2020 besonders laute Feuerwerkskörper wie Böller, Feuerwerksraketen und andere Knallfeuerwerksarten für Privatpersonen verboten. Erlaubt bleiben hingegen leisere Feuerwerksartikel wie Wunderkerzen, Fontänen oder andere Feuerwerkskörper mit geringer Lärmentwicklung. Zudem hat das niederländische Parlament beschlossen, den Verkauf und das Abbrennen von Verbraucherfeuerwerk künftig weitgehend zu verbieten – mit Ausnahmen für besonders leise Feuerwerkskategorien und professionelle Feuerwerke.

Gleichzeitig setzen immer mehr Städte auf tier- und umweltfreundlichere Alternativen. Drohnen- und Lasershows oder koordinierte Lichtinszenierungen schaffen eindrückliche Bilder am Himmel – ganz ohne laute Explosionen. Solche Veranstaltungen zeigen, dass festliche Traditionen weitergeführt werden können, ohne unnötigen Stress und Angst bei Haus-, Wild- und sogenannten Nutztieren auszulösen.

Wieso unterstützt ProTier diese Initiative?

Tierwohl fördern 

Aus Sicht von ProTier ist unnötiges Tierleid vermeidbar. Jedes Jahr geraten unzählige Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere durch Feuerwerk in Angst und Panik – obwohl es längst leisere Alternativen gibt. Mit der Feuerwerksinitiative besteht die Möglichkeit, diese Belastung deutlich zu reduzieren und Feiertage tierfreundlicher zu gestalten.

Organisationen, welche die Feuerwerksinitiative ebenfalls unterstützen:

Wie können Sie diese Initiative unterstützen?

Aufklären und Inhalte weiterverbreiten

Jede Stimme zählt. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Tiere künftig besser vor unnötigem Lärm und Stress geschützt werden.

Sie können die Feuerwerksinitiative unterstützen, indem Sie:

  • sich über die Initiative informieren und sich eine fundierte Meinung bilden
  • Familie, Freunde und Bekannte über die Auswirkungen von Feuerwerk auf Tiere aufklären
  • wichtige Social Media Inhalte teilen, um die Initiative weiterverbreiten
  • am 29. November 2026 an der Abstimmung teilnehmen und der Feuerwerksinitiative Ihre Stimme geben

Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Feste nicht auf Kosten der Tiere gefeiert werden.