Heimatlose Katzen & Wildtiere: Konkurrenz oder Koexistenz

Datum: 20. September 2026
Autor:

Katzen sind in der Schweiz weit verbreitet. Wir reden von insgesamt etwa 1,5-2 Millionen Katzen in der Schweiz! Die Freigänger und heimatlosen Katzen durchstreifen Felder, Wiesen und Gärten auf der Suche nach Nahrung, Schutz oder Beschäftigung. Dabei stossen sie unweigerlich auf Wildtiere wie Singvögel, Mäuse, Frösche oder Hasen. Doch wie sieht das Verhältnis wirklich aus? Und welche Auswirkungen hat die Präsenz freilaufender Katzen auf die heimische Tierwelt?

Katzen – Jäger aus Instinkt

Katzen sind Raubtiere, die instinktiv jagen, unabhängig davon, ob sie hungrig sind oder nicht. Das bedeutet, dass sie Singvögel, Mäuse oder kleine Säugetiere erbeuten, auch wenn sie ausreichend Futter von Menschen erhalten.

Auswirkungen auf Wildtiere

  • Vögel: Studien zeigen, dass freilaufende Katzen erheblich zur Reduktion von Vogelpopulationen beitragen können. Besonders gefährdet sind Jungvögel und Nestlinge in Gärten oder Hecken.
  • Kleinsäuger: Mäuse, Ratten und Kaninchen fallen ebenfalls der Jagd zum Opfer. Während Katzen hier teilweise als „Natürliche Kontrolle“ gesehen werden, können sie lokale Bestände stark dezimieren.
  • Kleinwild insgesamt: Hasen und Igel sind zwar nicht die Hauptbeute, können aber durch Stress und Störungen im Lebensraum indirekt beeinträchtigt werden.

Koexistenz – nur bedingt möglich

Eine echte friedliche Koexistenz ist schwierig, da Katzen natürliche Jäger sind. Freilaufende und heimatlose Katzen stellen für viele Wildtiere eine reale Gefahr dar. In Schutzgebieten oder naturnahen Lebensräumen können sie die Balance empfindlich stören.

Massnahmen zum Schutz der Wildtiere

  • Kastration und Kontrolle: Durch Kastration der Streuner und Freigänger kann die Katzenpopulation reduziert werden, was den Druck auf Wildtiere mindert.
  • Fütterung und Betreuung an festen Plätzen: Wenn heimatlose Katzen kontrolliert gefüttert werden, bleiben sie oft in der Nähe der Futterstellen und jagen weniger in sensiblen Naturräumen.
  • Alternativen: Freigängerkatzen können durch Beschäftigung ihrer Zweibeiner ihren Jagdtrieb mindern. Ebenfalls sollte in der Brutzeit Rücksicht genommen werden auf Wildtiere wie Vögel, Fledermäuse, Frösche etc.
  • Aufklärung: Tierfreund:innen sollten informiert werden, dass Freilauf ihrer Katzen die heimische Fauna gefährden kann. Auch Freigängerkatzen profitieren von Aufsicht und geschützten Bereichen.

Fazit

Streuner- und Freigängerkatzen sind faszinierende Tiere, aber ihre Anwesenheit hat reale Folgen für Wildtiere. Singvögel, Mäuse, Hasen, Fledermäuse und andere kleine Tiere sind durch freilaufende Katzen besonders gefährdet. Kastration, kontrollierte Fütterung und gezielte Schutzmassnahmen helfen, die Balance zwischen Katzen und Wildtieren besser zu gestalten. Eine faktenbasierte und verantwortungsbewusste Herangehensweise ist der Schlüssel zu einer möglichst nachhaltigen Koexistenz.

Gemeinsam für mehr Tierwohl

ProTier setzt sich seit über 40 Jahren für heimatlose Katzen ein. Aktuell unterstützen wir Landwirte mit Kastrationsgutscheinen und setzen unseren Fokus auf die Aufklärung. 

Benötigen Sie Hilfe, um heimatlose Katzen zu versorgen? Dank unserer Übersicht finden Sie Tierschutzorganisationen in Ihrer Nähe, welche Ihnen mit Ratschlägen, Equipment oder sogar Freiwilligen, welche Katzen einfangen und medizinisch versorgen, weiterhelfen können.