Amelia erzählt: Hundetraining – die 4 Quadranten vs. R+

Datum: 05. June 2026
Autor:

Hallo, ich bin’s wieder Amelia. Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört, dass es in der Hundetrainingswelt zwei grosse „Lager“ gibt. Die einen schwören auf R+ – also auf rein positives Training. Die anderen arbeiten mit allen vier sogenannten Quadranten der Lerntheorie. Manche nennen es sogar eine richtige „Fede“ in der Szene.

Doch für uns Hunde bedeutet das nicht so viel Streit wie für euch Menschen. Am Ende zählt, dass ihr mit Herz, Klarheit und Geduld trainiert – und dass wir Hunde niemals Gewalt erfahren.

Was bedeuten die Begriffe?

Die „vier Quadranten“ stammen aus der Lerntheorie und beschreiben, wie Verhalten entsteht und beeinflusst werden kann. Sie unterscheiden zwischen Belohnung und Strafe, und ob etwas hinzugefügt oder weggenommen wird. 

Beim R+ („rein positives Training“) geht es darum, ausschliesslich mit Belohnung zu arbeiten – also Verhalten zu verstärken, das erwünscht ist. Das kann Futter sein, Lob, Spiel oder Zuwendung.

Beide Ansätze haben ihre Anhänger – und beide können in gewissen Situationen funktionieren.

Was wirklich zählt: dein Gefühl

Ich finde, es ist gar nicht so entscheidend, sich für ein „Lager“ zu entscheiden. Viel wichtiger ist, dass man ausprobiert, was zu zu einem selbst und dem eigenen Hund passt. Denn jedes Mensch-Hund-Team ist einzigartig.

Man sollte einer Methode auch ausreichend Zeit geben, um sie kennen zu lernen und zu testen. Denn man braucht ja auch etwas Zeit, um zu schauen, ob sich bei uns Hunden etwas verändert: Werden wir sicherer? Verstehen wir euch besser? Wird die Beziehung klarer? Nur so könnt ihr herausfinden, ob der Weg passt.

Wichtig ist: Manchmal wird es am Anfang sogar schwieriger oder schlechter. Das heisst aber nicht, dass es falsch ist. Es bedeutet nur, dass Lernen Zeit braucht und Veränderung eintritt.

Der Mensch muss lernen

Ein Geheimnis verrate ich jetzt einfach: Beim Training geht es oft gar nicht so sehr darum, dass wir Hunde lernen. Es geht darum, dass die Menschen verstehen, wie man uns Vierbeiner richtig anleitet.

Zum Beispiel beim Belohnen. Es klingt einfach – aber der richtige Moment ist entscheidend. Eine Belohnung zur falschen Zeit verwirrt uns Hunde. Man muss lernen, den genauen Augenblick zu erkennen, in dem wir etwas richtig machen. Das ist die Trainingsaufgabe für den Zweibeiner.

Individuell & fair

Hundetraining sollte niemals nach Schema F ablaufen. Jeder Hund ist anders. Jeder Mensch ist anders. Deshalb muss Training immer individuell angepasst sein. Und wenn es nicht sofort klappt, dann ist es absolut in Ordnung, erstmal mit Managementmassnahmen zu arbeiten. So kann es zumindest teilweise leichter werden, bis man herausfindet wie man dem Ziel näher kommt.

Was aber niemals passieren darf: dass wir Hunde Gewalt erleben. Oder dass Ausrüstung benutzt wird, die uns verletzt oder bedroht. Training darf nie Leid bedeuten.

Beziehung vor Methode

Am Ende geht es nicht um R+ oder um die vier Quadranten. Es geht um die Beziehung und die Individualität des Vier- und Zweibeiners. Darum, dass man konsequent und klar bleibt und dass man Geduld hat. Wenn man das tut, dann verändert sich auch wirklich etwas.

Und dann ist Hundetraining kein Streitpunkt mehr – sondern eine gemeinsame Sprache voller Vertrauen. 

DANK IHRER SPENDE KÖNNEN WIR UNS FÜR TIERE WIE AMELIA STARK MACHEN

Jetzt spenden und ein Zeichen für den Schweizer Tierschutz setzen