Amelia erzählt: Hunde aus dem Ausland
Hallo, ich bin’s wieder, Amelia! Es gibt unzählige Hunde, die in Rumänien, Italien, Griechenland und anderen Ländern unter schlimmsten Bedingungen leben: in sogenannten Kill Shelters, auf der Strasse oder in überfüllten Auffangstationen. Viele Menschen in der Schweiz möchten helfen und adoptieren deshalb einen Hund aus dem Ausland. Der Gedanke ist schön – doch nicht jede Adoption ist für Hund und Mensch die richtige Lösung.
Das Ausmass der Auslandimporte
Jeder zweite Hund in der Schweiz wird importiert! Jährlich werden demnach mehrere tausend Hunde in die Schweiz eingeführt, oft über Tierschutzorganisationen, manchmal auch über private Kontakte oder leider auch über illegale Welpenhändler. Manche dieser Hunde haben Glück und finden ein liebevolles Zuhause. Doch viele Adoptionen enden mit grossen Herausforderungen:
- Hunde, die nie ein Haus von innen gesehen haben, sind plötzlich mit Teppichen, Treppen oder Lärm konfrontiert.
- Tiere, die auf der Strasse um ihr Überleben kämpfen mussten, entwickeln Angststörungen oder Verteidigungsverhalten.
- Welpen sind plötzlich krank und es stellt sich heraus, dass der Impfass gefälscht ist und das Tier Tollwutgefahr usw. in die Schweiz mitbringt.
- Besitzer sind überfordert, wenn der Hund nicht den „Traumhund“ darstellt, den sie erwartet haben.
Wenn Hilfe zur Überforderung wird

Ein Hund, der in einem Dorf in Rumänien aufgewachsen ist, kennt keine Schweizer Stadtstrassen, keine Trams, keine dicht bevölkerten Spazierwege. Das bedeutet Stress, Unsicherheit – und manchmal auch aggressives Verhalten aufgrund Überforderung oder Angst. Viele dieser Hunde gelten hier schnell als „Problemhunde“, obwohl sie lediglich mit einer Realität konfrontiert sind, die ihnen völlig fremd ist.
Politische Lösungen statt Symptombekämpfung
So sehr die Adoption einzelner Hunde auch hilft – sie ist letztlich nur Symptombekämpfung. Das eigentliche Problem sind die unkontrollierten Vermehrungen im Ausland. Sinnvolle Lösungen wären:
- Kastrationsprogramme vor Ort, um den Kreislauf des Leidens zu durchbrechen.
- Politischer Druck, damit Länder strengere Tierschutzgesetze umsetzen.
- Aufklärung der Bevölkerung, damit Hunde nicht einfach vermehrt und entsorgt werden.
Worauf Sie achten sollten, wenn Sie helfen möchten
Nicht jeder Auslandshund ist ungeeignet für die Schweiz – viele sind wunderbare Gefährten. Entscheidend ist:
- Arbeiten Sie nur mit seriösen Organisationen, die Hunde tierärztlich untersuchen und mit Fachleuten einschätzen lassen.
- Lassen Sie sich beraten, ob ein Hund wirklich zu Ihrem Lebensstil passt.
- Rechnen Sie mit zusätzlichem Trainingsaufwand, Geduld und vielleicht auch mit Rückschlägen.
- Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Können Sie die Verantwortung tragen, wenn der Hund länger Zeit braucht, um sich einzugewöhnen?
- Besuchen Sie den Hund und lernen ihn kennen. So können Sie die Organisation und deren Arbeitsweise auch besser einschätzen. Vielleicht lässt sich dies ja mit einem kurzen Ferientrip verbinden.

Fazit
Hunde aus dem Ausland brauchen Hilfe – doch nicht jede Adoption ist die richtige Lösung. Entscheidend ist, dass der Hund für ein Leben in der Schweiz geeignet ist und dass die Probleme vor Ort langfristig bekämpft werden.
Mein Appell als Botschafterin: Helfen Sie mit Herz, aber auch mit Verstand. Manchmal ist eine Spende für Kastrationsprogramme oder lokale Organisationen nachhaltiger, als einen Hund unüberlegt in die Schweiz zu holen.
