Auslaufinitiative: Für mehr Tierwohl

Datum: 08. May 2026
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Nie den blauen Himmel sehen, nie die Sonne auf der Haut spüren, nie frische Luft atmen, nie frei bewegen können. Für rund 68 Millionen Tiere in der Schweizer Landwirtschaft ist genau das die Realität. Die grosse Mehrheit verbringt ihr Leben im Stall, ohne Auslauf, ohne Tageslicht und ohne Raum für natürliche Bewegungen.

Was die Auslauf-Initiative erreichen will

In der Schweiz leben über 80 Millionen landwirtschaftlich gehaltene Tiere, doch nur rund 15 % von ihnen haben regelmässig Zugang ins Freie. Das bedeutet: etwa 68 Millionen Tiere – Kühe, Schweine, Hühner und viele andere Tiere – verbringen ihr Leben in engen Ställen, ohne Bewegungsfreiheit oder Tageslicht. Frische Luft und natürliche Auslaufmöglichkeiten sind für sie meist ein Fremdwort.

Die Auslauf-Initiative will dies nun ändern: Sie fordert, dass alle Tiere regelmässig Auslauf im Freien bekommen – nicht freiwillig, sondern als gesetzlich verbindlicher Mindeststandard. Gleichzeitig sollen Regeln für den Import von Tieren und Tierprodukten dafür sorgen, dass die höheren Schweizer Tierschutzstandards nicht durch billigere Produkte aus dem Ausland umgangen oder geschwächt werden.

Agrarpolitische Zahlenmagie

Die offiziellen Zahlen zur Tierhaltung in der Schweiz sind irreführend: Laut Agrarbericht 2024 leben rund 16,5 Millionen Nutztiere, gleichzeitig wurden 2023 über 83 Millionen Tiere geschlachtet – darunter rund 80 Millionen Geflügel. Grund dafür ist die Erhebungsmethode: Die Statistik zählt Tiere nur an einem Stichtag, während Stallplätze – besonders in der Geflügelmast – im Jahresverlauf mehrfach neu besetzt werden.

Hinzu kommt das Rechenprinzip der Grossvieheinheiten (GVE): Tiere werden nach Grösse gewichtet, 250 Mastküken zählen als 1 GVE, während eine Kuh 1 GVE entspricht. So erscheint Geflügel statistisch kaum relevant, obwohl es zahlenmässig dominiert. Das führt dazu, dass Millionen Tiere unsichtbar bleiben und Aussagen zum Tierwohl oft trügerisch wirken: In GVE gerechnet scheinen viele Tiere Zugang zu Auslauf zu haben, tätsächlich betrifft das aber nur einen kleinen Teil der Tiere.

Die Köpfe hinter der Auslauf-Initiative

Die Auslauf-Initiative ist aus einem Zusammenschluss mehrerer Organisationen und engagierter Einzelpersonen entstanden: KAG Freiland, Vier Pfoten, Tier im Recht und Sentience. Gemeinsam setzen sie sich für die sogenannten Nutztiere ein und zeigen, wie viel stärker wir sein können, wenn wir unsere Kräfte bündeln. Obwohl die Stiftung ProTier nicht direkt im Komitee vertreten ist, unterstützten wir die Initiative zu 100 %.

Wie die Initiative Realität wird

Die Initiative ist als allgemeine Anregung formuliert. Das bedeutet, sie legt das Ziel fest – nämlich regelmässigen Auslauf für alle Tiere – während das Parlament die konkrete Umsetzung in einem Gesetz erarbeitet. Ziel ist es, dass bis 2031 die Gesetzgebung in Kraft tritt und die konkrete Umsetzung des hoffentlich neuen Auslauf-Standards für alle Tiere erfolgt.

Wie kann ich die Initiative unterstützen?

  • Unterschreiben: Jede Stimme zählt! Mit Ihrer Unterschrift bringen Sie die Initiative einen Schritt näher zur Umsetzung.
  • Unterschriften sammeln: Motivieren Sie Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen, ebenfalls zu unterschreiben – gemeinsam erreichen wir mehr.
  • Crowdfunding: Unterstützen Sie die Initiative finanziell, damit Aufklärung, Organisation und Kampagnen umgesetzt werden können. 

Jede Unterschrift, jede Unterstützung zählt – für mehr Lebensqualität, Freiheit und Würde für die Tiere. Gemeinsam können wir echte Veränderungen bewirken und ihren Alltag verbessern.