Aktuelle Tierschutznews September 2026
Tierschutz bewegt – in der Schweiz und weltweit. Deshalb werfen wir künftig jeden Monat einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen im Tierschutz. In unseren Tierschutz-News fassen wir aktuelle Ereignisse, politische Debatten und spannende Fortschritte kompakt zusammen.
Weiter geht es mit dem Monat September: Nach dem Nationalrat hat nun auch der Ständerat dem indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Pelz-Initiative zugestimmt. Damit kommt die Schweiz einem Verbot des Imports und Handels mit tierquälerisch erzeugten Pelzen einen Schritt näher.
Was gibt es Neues?
Am 15. September 2026 hat der Ständerat die entsprechenden Änderungen im Tierschutzgesetz mit 43 zu 1 Stimmen angenommen. Bereits im September 2025 hatte der Nationalrat dem indirekten Gegenvorschlag zugestimmt. Nun muss sich der Nationalrat aufgrund von noch bestehenden Differenzen in einzelnen Punkten erneut mit der Vorlage befassen.
Was soll sich ändern?
Der Bundesrat schlägt vor, den Import und den Handel mit Pelzen und Pelzprodukten, die mit tierquälerischen Methoden erzeugt wurden, im Tierschutzgesetz zu verbieten. Damit würde nicht nur die Einfuhr, sondern auch der Verkauf solcher Pelze in der Schweiz verboten.
Bereits heute gilt in der Schweiz ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelze auf Verordnungsstufe. Es trat am 1. Juli 2025 in Kraft. Für die Umsetzung gelten derzeit Übergangsfristen: Tierquälerisch erzeugte Pelze dürfen noch bis zum 30. Juni 2029 eingeführt und bis zum 30. Juni 2030 verkauft werden.

Warum braucht es ein solches Verbot?
Die bisherige Deklarationspflicht für Pelze konnte aus Sicht des Bundesrats die gewünschten Ziele nicht ausreichend erreichen. Das BLV hält fest, dass Geschäfte und Anbieter die Deklarationspflicht in den vergangenen Jahren teilweise missachtet hätten – trotz Verwarnungen und Strafverfahren.
Bei der Pelzproduktion werden Tiere für ihr Fell gehalten und getötet. Je nach Tierart und Haltung können dabei erhebliche Tierschutzprobleme entstehen. Der Bundesrat verweist insbesondere auf unzureichende Käfiggrössen, fehlende Möglichkeiten für arttypisches Verhalten und problematische Tötungsmethoden.
Was bedeutet „tierquälerisch erzeugt“?
Der geplante Gegenvorschlag richtet sich nicht gegen jeden Pelz unabhängig von seiner Herkunft. Entscheidend ist, unter welchen Bedingungen und mit welchen Methoden der Pelz gewonnen wurde.
Künftig soll ein Nachweis erforderlich sein, dass Pelzprodukte aus einer Produktion stammen, die die vorgesehenen Anforderungen an den Tierschutz erfüllt. Das BLV arbeitet dafür an einem Zertifizierungsprogramm, dessen Eckpunkte bis Ende 2026 erarbeitet werden sollen.
Leider bedeutet das jedoch auch: Nicht jeder Pelz wäre davon betroffen.
Wie geht es weiter?

Mit der Zustimmung des Ständerats ist die politische Diskussion noch nicht abgeschlossen. Da zwischen National- und Ständerat noch Differenzen bestehen, muss der Nationalrat die Vorlage erneut beraten. Erst wenn diese Differenzen bereinigt sind, kann das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen werden.
Auch die Pelz-Initiative «Ja zum Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte» selbst ist noch hängig. Sie verlangt ein Importverbot für Pelzprodukte, deren Herstellung gegen Schweizer Tierschutzstandards verstösst. Das Initiativkomitee hat angekündigt, die Initiative zurückzuziehen, falls das Parlament einen aus seiner Sicht griffigen Gegenvorschlag verabschiedet.
Unser Fazit: Pelz ist nicht notwendig
Pelz ist ein Luxusprodukt – und zwar unabhängig davon, ob er als «tierquälerisch» oder als «tiergerecht» eingestuft wird. Für die Herstellung wird immer ein Tier genutzt und getötet. Für Kleidung und Accessoires gibt es längst Alternativen ohne tierische Materialien.
Helfen auch Sie mit: Klären Sie in Ihrem Umfeld über das Tierleid hinter Pelz auf und unterstützen Sie die Pelz-Initiative «Ja zum Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte».
Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Tiere nicht für ein unnötiges Luxusprodukt leiden und getötet werden.