Aktuelle Tierschutznews August 2026
Tierschutz bewegt – in der Schweiz und weltweit. Deshalb werfen wir künftig jeden Monat einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen im Tierschutz. In unseren Tierschutz-News fassen wir aktuelle Ereignisse, politische Debatten und spannende Fortschritte kompakt zusammen.
Weiter geht es mit dem Monat August: Ob bei Wildtieren, auf Lebens- und Gnadenhöfen, in der Landwirtschaft oder auf politischer Ebene – auch in diesem Monat zeigen aktuelle Entwicklungen, wo Tiere Unterstützung benötigen, welche Herausforderungen bestehen und in welchen Bereichen beim Tierwohl weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Übersicht
Themen dieses Monats:
- 1.-August-Rückblick und die Frage, wie Feiern auch ohne lautes Feuerwerk möglich ist
- Hitze und Trockenheit in der Schweiz und die zunehmende Belastung für Wildtiere
- Heumangel durch Trockenheit und die Folgen für Lebens- und Gnadenhöfe
- Tierseuchenüberwachung und die weiterhin nicht nachgewiesene Afrikanische Schweinepest in der Schweiz
- Igel im Spätsommer und die richtige Unterstützung bei der Vorbereitung auf den Winter
- Strafanzeige im Tierschutzfall Ramiswil und die weitere Aufarbeitung des Falls
- Tierwohl in der Schweizer Landwirtschaft und die Frage, wie viel Luft trotz staatlicher Förderprogramme noch nach oben bleibt
1. August Rückblick: Es geht auch ohne lautes Feuerwerk

Der diesjährige Nationalfeiertag war vielerorts anders als gewohnt. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr galten in grossen Teilen der Schweiz Feuerwerksverbote. Und doch wurde gefeiert - der 1. August hat damit ganz nebenbei gezeigt: Ein schöner Nationalfeiertag braucht keine lauten Böller und Raketen. Denn Feuerwerk bedeutet für Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere, aber auch für viele Menschen, die Natur und die Umwelt eine erhebliche Belastung.
Dabei gibt es längst andere Möglichkeiten, den Himmel und unsere Umgebung festlich erstrahlen zu lassen: Lichtershows, Drohnenshows, Laternen, Lampions, Girlanden und festliche Beleuchtung können für eine besondere Atmosphäre sorgen – ganz ohne ohrenbetäubende Knalle.
Vielleicht hat uns dieser 1. August einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, wie feiern auch aussehen kann: festlich, gemeinschaftlich und mit mehr Rücksicht auf Tiere, Menschen und Natur. Traditionen dürfen sich verändern. Und manchmal entstehen daraus sogar schönere neue.
Stellungnahme ProTier: ProTier ruft deshalb dazu auf, die Feuerwerksinitiative zu unterstützen und am 29. November mit JA zu stimmen – für weniger Tierleid, mehr Rücksicht und den Schutz unserer Umwelt.
Hitze und Trockenheit setzen Wildtieren zu
Wildtiere sind grundsätzlich gut an die natürlichen Bedingungen ihres Lebensraums angepasst. Längere Hitze- und Trockenperioden können sie dennoch stark fordern. Kleine Bäche und Tümpel führen weniger Wasser oder trocknen ganz aus, Pfützen verschwinden und der Boden wird zunehmend trocken. Auf der Suche nach Wasser müssen manche Tiere dadurch weitere Strecken zurücklegen. Dabei können sie häufiger Strassen überqueren oder sich in Siedlungsgebiete vorwagen, wo zusätzliche Gefahren lauern. Besonders für Jungtiere sowie alte, kranke oder geschwächte Tiere können anhaltend hohe Temperaturen zur Belastung werden.
Trockenheit betrifft nicht nur die Wasserversorgung. Bleibt Regen über längere Zeit aus, wachsen Pflanzen schlechter, Wiesen vertrocknen und Blüten können früher verschwinden. Das wiederum kann Auswirkungen auf Insekten und damit auf zahlreiche weitere Tierarten haben. Denn in der Natur hängt vieles zusammen: Gibt es beispielsweise weniger Insekten, kann dies auch für insektenfressende Vögel oder andere Tiere ein geringeres Nahrungsangebot bedeuten. Auch ausgetrocknete, harte Böden können die Nahrungssuche erschweren. Tiere, die beispielsweise Würmer und andere Bodentiere suchen, gelangen bei starker Trockenheit schwieriger an ihre Nahrung.
So können Sie den Wildtieren bei Hitze helfen:
- Wasser anbieten: Eine flache Schale mit frischem Wasser kann für Vögel, Igel und Insekten eine wertvolle Trinkstelle sein. Ein Stein oder Stück Holz ermöglicht Insekten einen sicheren Ein- und Ausstieg.
- Auf Hygiene achten: Das Wasser sollte täglich gewechselt und die Schale regelmässig gründlich gereinigt werden, damit sich Krankheitserreger nicht verbreiten.
- Natürliche Rückzugsorte schaffen: Hecken, Sträucher, Bäume, Laubhaufen und andere naturnahe Strukturen bieten Schatten und geschützte Plätze.
- Garten nicht komplett austrocknen lassen: Wer die Möglichkeit hat, kann insbesondere einheimische Pflanzen und Sträucher gezielt bewässern und damit wichtige Nahrungs- und Rückzugsräume erhalten.
- Auf Pestizide verzichten: Ein vielfältiger, naturnaher Garten bietet Insekten und damit auch vielen anderen Wildtieren eine wichtige Lebensgrundlage.
Stellungnahme ProTier: Auch wir bei ProTier versuchen, Wildtiere während heisser und trockener Tage mit einfachen Massnahmen zu unterstützen. Unser Team stellt beispielsweise Wasserstellen bereit und achtet darauf, diese regelmässig zu reinigen und frisch aufzufüllen.

Wenn das Heu knapp wird: Trockenheit trifft Lebens- und Gnadenhöfe
Während der wärmeren Monate decken viele Weidetiere einen Teil ihres Futterbedarfs über frisches Gras. Bleibt der Regen jedoch über längere Zeit aus, wachsen die Pflanzen kaum nach und die Weiden bieten immer weniger Futter. Die Folge: Die Tiere müssen früher als gewöhnlich mit Heu zugefüttert werden – und damit werden bereits Vorräte benötigt, die eigentlich für die kommenden Monate vorgesehen waren.
Gleichzeitig kann die Trockenheit die Heuernte beeinträchtigen. Wächst weniger Gras, steht entsprechend weniger Heu zur Verfügung. Eine geringere Verfügbarkeit kann die Beschaffung erschweren und die Preise steigen lassen. Für Lebens- und Gnadenhöfe, die häufig auf Spenden angewiesen sind und neben Futter auch Tierarztkosten, Medikamente, Einstreu und den Unterhalt ihrer Anlagen finanzieren müssen, kann dies schnell zur zusätzlichen Belastung werden.
Die Folgen eines trockenen Sommers enden dabei nicht mit den ersten Regentagen. Bereits verfütterte Vorräte fehlen später und eine geringe Heuernte kann sich bis weit in den Winter bemerkbar machen. Umso wichtiger ist es für die Höfe, rechtzeitig ausreichend Futter für ihre Tiere zu sichern.
So können Sie helfen:
- Spenden: Finanzielle Unterstützung hilft den Höfen dabei, Heu und anderes benötigtes Futter zu beschaffen.
- Tierpatenschaft übernehmen: Mit einer Patenschaft unterstützen Sie langfristig die Versorgung eines Tieres.
- Futter- oder Sachspenden: Nach vorheriger Absprache können auch direkt benötigte Futter- oder Sachspenden eine wertvolle Hilfe sein.
Stellungnahme ProTier: Lebens- und Gnadenhöfe leisten täglich wertvolle Arbeit und schenken Tieren einen sicheren Lebensplatz. Gerade in Zeiten anhaltender Hitze und Trockenheit können zusätzliche Futterkosten jedoch schnell zur Belastung werden. ProTier unterstützt Lebens- und Gnadenhöfe in der ganzen Schweiz und hilft dort, wo Hilfe besonders dringend benötigt wird.

Afrikanische Schweinepest: Schweiz weiterhin frei von der Tierseuche
Eine erfreuliche Nachricht aus der Tierseuchenüberwachung: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde in der Schweiz weiterhin nicht nachgewiesen. Da sich die Krankheit in Europa jedoch weiter ausbreitet, bleiben Früherkennung und Prävention von grosser Bedeutung.
Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Haus- und Wildschweine betrifft. Für infizierte Tiere endet die Erkrankung in den meisten Fällen tödlich. Für Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich. Übertragen werden kann das Virus sowohl durch direkten Kontakt zwischen Tieren als auch indirekt – beispielsweise über kontaminierte Gegenstände, Fahrzeuge oder Lebensmittel. Besonders problematisch ist, dass der Erreger in Fleischprodukten, Kadavern und der Umwelt lange überleben kann.
Um eine mögliche Einschleppung möglichst früh zu erkennen, besteht in der Schweiz seit 2018 ein nationales Früherkennungsprogramm. Dabei werden insbesondere tot aufgefundene, krank erlegte oder bei Verkehrsunfällen verendete Wildschweine auf die Afrikanische Schweinepest untersucht.
Trotz der erfreulichen Situation in der Schweiz besteht weiterhin Grund zur Aufmerksamkeit. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Europa weiter aus und das Risiko einer Einschleppung in die Schweiz durch menschliche Aktivitäten wird als hoch eingeschätzt. Eine besondere Gefahr stellen beispielsweise Fleisch oder Fleischprodukte aus betroffenen Gebieten dar. Werden kontaminierte Speisereste achtlos in der Natur entsorgt und von Wildschweinen aufgenommen, kann das Virus weitergegeben werden. Deshalb gilt: Schweinefleischprodukte aus betroffenen Regionen nicht mitbringen und Speisereste immer in geschlossenen Abfallbehältern entsorgen. Nach Jagdreisen in betroffene Gebiete ist zudem eine sorgfältige Reinigung und Desinfektion von Schuhen, Kleidung und Ausrüstung wichtig.
Stellungnahme ProTier: Dass die Schweiz weiterhin frei von der Afrikanischen Schweinepest ist, ist eine erfreuliche Nachricht. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, wie schwerwiegend ein Ausbruch für Haus- und Wildschweine wäre. Eine konsequente Früherkennung und verantwortungsvolles Verhalten sind deshalb entscheidend, um eine Einschleppung möglichst zu verhindern und die Tiere zu schützen.
Igel im Spätsommer: So können wir sie auf dem Weg in den Winter unterstützen
Wenn die Tage kürzer werden, beginnt für Igel eine wichtige Zeit. Im Spätsommer und Herbst sind sie besonders aktiv: Sie suchen Nahrung und geeignete Rückzugsorte, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.
Gesunde Igel sollten nicht vorsorglich gefüttert werden. Als Wildtiere finden sie ihre Nahrung grundsätzlich selbst. Eine Zufütterung kann in bestimmten Ausnahmesituationen sinnvoll sein – bei Unsicherheit sollte jedoch eine Igelstation oder Fachstelle kontaktiert werden. Was Igeln besonders an warmen und trockenen Tagen hilft, ist frisches Wasser. Eine flache, standsichere Schale kann problemlos im Garten aufgestellt werden. Milch ist für Igel hingegen ungeeignet.
Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Mähroboter können ihnen dabei zum Verhängnis werden: Bei Gefahr rollen sich Igel häufig zusammen, statt zu flüchten – gegen die Klingen schützt sie ihr Stachelkleid jedoch nicht. Deshalb gilt: Mähroboter nur tagsüber und möglichst unter Aufsicht einsetzen. Auch vor dem Mähen von hohem Gras oder Bereichen unter Büschen sollte kontrolliert werden, ob sich dort ein Tier versteckt.
Ein naturnaher Garten bietet Igeln Nahrung, Schutz und geeignete Plätze für ihre Nester. Hecken, Sträucher sowie Laub- und Asthaufen dürfen deshalb gerne stehen beziehungsweise liegen bleiben. Auf Pestizide und Schneckengifte sollte möglichst verzichtet werden. Kleine Durchgänge in Zäunen ermöglichen Igeln zudem, zwischen Gärten zu wandern. Gefahrenstellen wie offene Schächte, Kellertreppen oder Pools sollten hingegen gesichert werden.
Stellungnahme ProTier: Um Igel zu unterstützen, braucht es oft gar nicht viel. Ein naturnaher Garten, frisches Wasser und etwas mehr Rücksicht bei der Gartenarbeit können bereits einen wichtigen Unterschied machen. Besonders wichtig ist uns: Mähroboter gehören nachts ausgeschaltet – denn genau dann sind Igel unterwegs.

Fall Ramiswil: Schweizer Tierschutz reicht Strafanzeige ein
Der Tierschutzfall von Ramiswil sorgte im November 2025 schweizweit für Bestürzung. Auf einem Hof im Kanton Solothurn wurden 122 Hunde, 43 Pferde und zwei Ziegen beschlagnahmt. Sämtliche Hunde wurden noch vor Ort eingeschläfert. Nun hat der Fall ein weiteres Nachspiel: Der Schweizer Tierschutz STS hat Strafanzeige gegen die Solothurner Kantonstierärztin sowie gegen den Chef des kantonalen Amts für Landwirtschaft eingereicht.
Nach den Ereignissen hatte der Kanton Solothurn eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Der im Juli 2026 veröffentlichte Bericht kommt zum Schluss, dass zahlreiche Schritte des Veterinärdienstes sachgerecht und nachvollziehbar waren. Gleichzeitig wurden jedoch Mängel festgestellt – unter anderem bei der Risikoeinschätzung und im Umgang mit dem bereits länger bekannten Fall. Besonders die Tötung der Hunde sorgt weiterhin für Diskussionen. Bei 99 der 122 Hunde beurteilt der Untersuchungsbericht die Euthanasie als nachvollziehbar. Bei den übrigen Tieren sei jedoch keine ausreichend differenzierte Triage vorgenommen worden.
Für den Schweizer Tierschutz STS wirft die Tötung aller 122 Hunde weiterhin Fragen auf. Aus seiner Sicht hätten der Gesundheitszustand und das Verhalten jedes einzelnen Tieres sorgfältig geprüft werden müssen. Auch die Frage, ob für einzelne Hunde alternative Unterbringungsmöglichkeiten bestanden hätten, müsse geklärt werden. Der STS kritisiert zudem, dass die Probleme auf dem Hof bereits länger bekannt waren und fordert Konsequenzen aus den festgestellten Schwächen im Tierschutzvollzug. Mit der Strafanzeige soll nun auch strafrechtlich untersucht werden, ob beim Vorgehen im Fall Ramiswil Fehler begangen wurden. Bis zu einer entsprechenden rechtlichen Beurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens zeigt Ramiswil, wie entscheidend eine frühzeitige und konsequente Kontrolle problematischer Tierhaltungen ist. Werden Missstände rechtzeitig erkannt und geeignete Massnahmen ergriffen, kann möglicherweise verhindert werden, dass sich eine Situation so weit zuspitzt. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie wichtig ausreichende Ressourcen, eine gute Zusammenarbeit zwischen Behörden und Tierschutzorganisationen sowie eine sorgfältige Beurteilung jedes einzelnen Tieres sind.
Stellungnahme ProTier: Der Fall Ramiswil hat uns tief betroffen gemacht. Wenn eine Tierhaltung derart eskaliert, dass am Ende 122 Hunde getötet werden, müssen die Abläufe sorgfältig aufgearbeitet und mögliche Fehler konsequent untersucht werden. Für ProTier steht dabei das Wohl jedes einzelnen Tieres im Zentrum. Wir hoffen, dass aus diesem tragischen Fall die notwendigen Lehren gezogen und Strukturen verbessert werden, damit sich eine solche Situation nicht wiederholt.
Tierwohl in der Schweizer Landwirtschaft: Wie viel Luft nach oben bleibt
Die Schweiz investiert viel Geld in eine nachhaltigere und tierfreundlichere Landwirtschaft. Im Jahr 2025 zahlte der Bund insgesamt 703 Millionen Franken an sogenannten Produktionssystembeiträgen aus. Damit werden unter anderem besonders umwelt- und tierfreundliche Produktionsformen finanziell unterstützt.
Doch was bedeutet das konkret für die Tiere?
Zu den bekanntesten Tierwohlprogrammen gehören RAUS («Regelmässiger Auslauf im Freien») und BTS («Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme»). Beide gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung hinaus. Das RAUS-Programm fördert den regelmässigen Aufenthalt der Tiere auf Weiden oder Auslaufflächen im Freien. Dadurch sollen sie unter anderem mehr Bewegungsmöglichkeiten, Kontakt zur Aussenwelt und zusätzliche soziale Interaktionen erhalten. BTS setzt dagegen bei der Haltung im Stall an. Die Tiere müssen ohne Fixierung in Gruppen gehalten werden und die Ställe unter anderem über geeignete Ruhe-, Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten verfügen.
Dass der Bund Landwirtinnen und Landwirte finanziell dabei unterstützt, ihren Tieren bessere Haltungsbedingungen zu bieten, ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig zeigen die Programme aber auch: Was über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht, ist nicht automatisch Standard. Die Teilnahme an RAUS und BTS ist freiwillig und wird mit zusätzlichen Direktzahlungen honoriert. Tiere auf Betrieben, die nicht an den jeweiligen Programmen teilnehmen, haben somit nicht zwingend Zugang zu den darin vorgesehenen zusätzlichen Tierwohlleistungen. Auch die Teilnahme an einem Tierwohlprogramm bedeutet nicht automatisch eine optimale oder vollständig artgerechte Haltung. Die Programme definieren bestimmte Anforderungen – sie lösen jedoch nicht sämtliche Tierschutzprobleme in der Nutztierhaltung.
Aus Tierschutzsicht stellt sich deshalb die Frage, wie die Haltungsbedingungen langfristig weiter verbessert werden können. Zugang zu Bewegung, Beschäftigung, Sozialkontakten, geeigneten Ruhebereichen und – wo immer möglich – zum Freien sind für Tiere keine Luxusbedürfnisse. Die finanziellen Anreize des Bundes können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bessere Haltungsformen zu fördern. Gleichzeitig bleibt noch Luft nach oben, wenn es darum geht, hohe Tierwohlstandards möglichst vielen Tieren zugutekommen zu lassen.
Stellungnahme ProTier: Wir begrüssen es, wenn Tierhaltende finanziell dabei unterstützt werden, ihren Tieren bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Programme wie RAUS und BTS sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Gleichzeitig wünschen wir uns eine Landwirtschaft, in der die natürlichen Bedürfnisse der Tiere noch stärker im Mittelpunkt stehen. Denn Bewegung, Beschäftigung, Sozialkontakte und Zugang zum Freien sollten langfristig keine Besonderheit, sondern selbstverständlich sein.

Fazit
Viele der behandelten Themen zeigen, dass Tierwohl in politischen Entscheidungen zwar berücksichtigt wird, aber oft hinter wirtschaftlichen Interessen oder praktischen Kompromissen zurücksteht. Gleichzeitig sind viele Entwicklungen noch nicht abgeschlossen und werden in den kommenden Monaten und Jahren weiter verhandelt oder direkt vors Volk gebracht.
Damit sich wirklich etwas verändert, braucht es nicht nur politische Entscheide, sondern auch gesellschaftliches Engagement und klare Prioritäten im Alltag.
Was jede:r konkret tun kann
- Abstimmen gehen und sich zu Initiativen und Vorlagen informieren
- Petitionen unterschreiben und Tierwohlanliegen öffentlich unterstützen
- Sich informieren und kritisch hinterfragen, wie Tierhaltung, Transporte oder Produktion organisiert sind
- Tierische Produkte reduzieren und die Ernährung stärker pflanzenbasiert gestalten
- Aufklären und Informationen teilen, um Aufmerksamkeit für Tierschutzthemen zu schaffen
- Politische Organisationen und Projekte unterstützen, die sich für Tierwohl einsetzen
Veränderung entsteht dort, wo Entscheidungen nicht nur getroffen, sondern auch eingefordert werden.