Politik Herbstsession 2026

Datum: 15. October 2026
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In der Herbstsession 2026 wurden mehrere politische Entscheide getroffen, die Tiere direkt betreffen. Von einem wichtigen Erfolg beim Pelzimport bis zu umstrittenen Entscheiden bei Streunerkatzen und Wölfen: Die Bilanz für den Tierschutz fällt gemischt aus. Wir zeigen die wichtigsten Beschlüsse und was sie für Tiere bedeuten.

 

Pelz: Import und Handel werden verboten

Ein bedeutender Erfolg für den Tierschutz: Das Parlament hat am 2. Oktober 2026 den indirekten Gegenvorschlag zur Pelz-Initiative definitiv angenommen. Künftig sollen Pelze und Pelzprodukte, die unter tierquälerischen Bedingungen hergestellt wurden, nicht mehr in die Schweiz importiert oder hier gehandelt werden dürfen. Damit setzt die Schweiz ein wichtiges Zeichen gegen Tierleid im internationalen Pelzhandel.

Das Verbot gilt allerdings noch nicht sofort. Die neuen Bestimmungen müssen zunächst in Kraft gesetzt werden.

Heimatlose Katzen: Kastrationspflicht abgelehnt

Beim Thema Streunerkatzen fiel der Entscheid hingegen enttäuschend aus. Der Nationalrat lehnte eine Motion ab, die die unkontrollierte Vermehrung von Katzen eindämmen sollte. Vorgesehen war unter anderem eine Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freigang sowie für Katzen auf Landwirtschaftsbetrieben spätestens nach dem ersten Wurf.

Aus Sicht von ProTier wurde damit eine Chance verpasst, das Leid von heimatlosen und verwilderten Katzen langfristig zu reduzieren.

Stopfleber: Deklaration statt Importverbot

Das Parlament hat die Stopfleber-Initiative in der Schlussabstimmung abgelehnt. Gleichzeitig haben National- und Ständerat einen indirekten Gegenvorschlag angenommen. Dieser sieht vor, dass importierte Stopfleber künftig klar deklariert werden muss. Falls diese Massnahme nicht die gewünschte Wirkung erzielt, können weitere Schritte folgen.

ProTier hält die Deklarationspflicht jedoch nicht für ausreichend. Aus unserer Sicht würde erst ein Importverbot verhindern, dass in der Schweiz weiterhin Produkte aus einer Produktionsmethode verkauft werden, die hierzulande aus Tierschutzgründen verboten ist.

Wolf: Weitere Lockerung der Regulierung

Auch bei der Wolfsregulierung hat das Parlament eine weitere Lockerung beschlossen. Eine Motion schafft die Grundlage dafür, Wölfe künftig stärker anhand festgelegter Bestandszahlen zu regulieren.

ProTier steht einer solchen pauschalen Regulierung kritisch gegenüber. Aus unserer Sicht braucht es stattdessen einen konsequenten Herdenschutz sowie gezielte und verhältnismässige Eingriffe, wenn es tatsächlich zu problematischen Konflikten kommt.

Streustrom: Mehr Unterstützung für Landwirtschaftsbetriebe

Ein positiver Entscheid fiel beim Thema Streustrom in Nutztierställen. Das Parlament hat Massnahmen beschlossen, die dabei helfen sollen, Probleme mit Streustrom besser zu erkennen und zu beheben.

Dazu gehört insbesondere die Förderung und Ausbildung von Fachpersonen, die Landwirtschaftsbetriebe bei der Suche nach Ursachen und geeigneten Gegenmassnahmen unterstützen können. Für den Tierschutz ist das relevant, weil Streustrom bei sogenannten “Nutztieren” Stress und gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen kann.

Kormorane: Keine stärkere Regulierung

Eine stärkere Regulierung der Kormoranbestände fand im Nationalrat keine Mehrheit. Damit bleiben die bisherigen Möglichkeiten zur Regulierung bestehen.

ProTier begrüsst diesen Entscheid. Aus unserer Sicht besteht kein ausreichender Grund, die Regulierung der Kormoranbestände weiter auszubauen. Damit bleibt der Schutz dieser einheimischen Vogelart erhalten.

Fazit

Die Herbstsession 2026 zeigt, wie unterschiedlich politische Entscheide für den Tierschutz ausfallen können. Mit dem beschlossenen Pelzverbot wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Gleichzeitig bleiben bei Themen wie Streunerkatzen, Wölfen und Stopfleber offene Fragen bestehen. Auch bei Streustrom und der Regulierung von Kormoranen wurden Entscheide getroffen, die für den Tierschutz relevant sind.

Die politischen Entwicklungen zeigen: Der Schutz von Tieren bleibt eine wichtige Aufgabe – auch über diese Session hinaus.