Schweineüberproduktion: Geboren für den Überschuss

Datum: 08. July 2026
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Tausende Ferkel werden derzeit aus der Schweiz nach Deutschland transportiert und dort geschlachtet – nicht, weil sie krank sind, sondern weil zu viele Schweine produziert wurden. Für die Tierindustrie ist das ein Marktproblem. Für die Tiere selbst ist es eine weitere Konsequenz eines Systems, in dem Lebewesen nach wirtschaftlichen Interessen gezüchtet, genutzt und getötet werden. Die aktuelle Schweineüberproduktion macht sichtbar, was in der industriellen Tierhaltung grundsätzlich geschieht: Schweine werden nicht geboren, weil sie leben sollen, sondern weil sie wirtschaftlichen Nutzen bringen. 

Wenn das System aus dem Gleichgewicht gerät

Die Schweizer Schweinebranche produziert ihre Tiere langfristig und orientiert sich dabei an erwarteter Nachfrage. Doch diese Prognosen gehen nicht immer auf. Wird mehr produziert, als tatsächlich verkauft werden kann, fehlen plötzlich Stallplätze und die Preise geraten unter Druck. Genau das ist derzeit der Fall. Um den Überschuss möglichst rasch abzubauen, werden Ferkel nach Deutschland transportiert und dort geschlachtet. Für die Branche ist dies eine Notmassnahme, um den Markt zu entlasten. Für die betroffenen Tiere bedeutet sie das vorzeitige Ende ihres ohnehin leidvollen Lebens, das von Anfang an der Fleischproduktion dient.

Zusätzlich werden die Ferkel für ihre Schlachtung nach Deutschland transportiert. Warum dieser Transport überhaupt nötig ist, bleibt offen. Laut SRF hätte ein Schlachthof in Zürich die Tiere ebenfalls schlachten können, wurde von der Branche jedoch nicht angefragt. Für die Ferkel bedeutet der Entscheid einen zusätzlichen stressvollen Transport unter oft belastenden Bedingungen wie Hitze, Enge und Lärm, bevor ihr Leben endet.

Bereits 2022 kam es zu einer ähnlichen Schweinekrise mit überfüllten Ställen und einem deutlichen Angebotsüberschuss. Dass sich die Situation erneut wiederholt, zeigt, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausnahmefall handelt, sondern um ein strukturelles Problem der industriellen Tierhaltung.

Tiere sind KEINE Produktionsgüter

Der Begriff «Überproduktion» klingt nüchtern. Tatsächlich verbirgt sich dahinter das Schicksal tausender fühlender Lebewesen, die als wirtschaftlicher Überschuss gelten.

In der industriellen Tierhaltung wird der Wert eines Tieres daran gemessen, welchen wirtschaftlichen Nutzen es bringt. Sobald dieser Nutzen entfällt, wird das Tier zum Kostenfaktor. Dass Tiere überhaupt als «Überschuss» bezeichnet werden können, zeigt, wie weit sich dieses System von einem respektvollen Umgang mit Lebewesen entfernt hat.

Ein Symptom eines grösseren Problems

Die aktuelle Schweineüberproduktion ist kein Einzelfall. Sie macht sichtbar, was geschieht, wenn Tiere wie Produkte geplant und produziert werden. Solange wirtschaftliche Interessen darüber entscheiden, wie viele Schweine geboren werden, besteht die Gefahr, dass immer wieder mehr Tiere zur Welt kommen, als tatsächlich verkauft werden können.

Das zugrunde liegende Problem ist dabei auch die Nachfrage selbst: Der Konsum von Fleisch hält ein System aufrecht, in dem kontinuierlich Tiere gezüchtet, gemästet und getötet werden müssen. Solange Fleisch als alltägliches Lebensmittel stark nachgefragt wird, bleibt der Druck bestehen, immer neue Tiere zu produzieren – unabhängig davon, ob sie später tatsächlich „gebraucht“ werden.

Was Sie tun können

Jede und jeder von Ihnen kann dazu beitragen, Tierleid zu verringern:

  • Verzichten Sie auf Fleisch und probieren Sie eine pflanzliche Ernährung aus.
  • Hinterfragen Sie Ihren Konsum anderer tierischer Produkte und reduzieren Sie ihn, wo möglich.
  • Informieren Sie sich über die Realität der industriellen Tierhaltung und sensibilisieren Sie auch andere Menschen dafür.
  • Unterstützen Sie Tierschutzorganisationen, die sich für die Rechte und den Schutz von Tieren einsetzen.
  • Unterstützen Sie unsere Kampagne «Schweinerettung mit Herz»
  • Treffen Sie bewusste Kaufentscheidungen und setzen Sie damit ein Zeichen, dass Tiere keine Ware sind.

Fazit

Kein Tier sollte geboren werden, um am Ende aufgrund einer Fehlplanung oder eines Nachfrageeinbruchs getötet zu werden. Die Ereignisse in der Schweizer Schweinebranche machen deutlich, wie dringend ein Umdenken notwendig ist – hin zu einer Gesellschaft, in der Tiere nicht länger als Ware betrachtet werden.

Mit unserer Kampagne Schweinerettung mit Herz retten wir regelmässig Schweine aus der Schweineproduktion und schenken ihnen ein Leben ausserhalb der Tierindustrie auf einem Lebens- oder Gnadenhof aus unserem Netzwerk.

So können Sie helfen

Jedes Schwein verdient ein Leben in Sicherheit, fern von Angst und Ausbeutung. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Kampagne Schweinerettung mit Herz – damit wir geretteten Schweinen ein Zuhause schenken, Aufklärung betreiben und langfristig Veränderung bewirken können.