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Fakten zur Pelzproduktion

 
 
Rund 100 Millionen Pelztiere werden aktuell weltweit, jährlich der Mode geopfert. Ihr kurzes Leben in Farmhaltungen ist eine Qual, voller Leiden und Schmerz. Sie haben keinen Platz um elementarste, arttypische Verhaltensweisen auszuleben. Nerze beispielsweise sind Einzelgänger, auf Pelztierfarmen werden sie in Gruppen gehalten, was die Tiere hochgradig stresst. Es kommt zu Kämpfen und Verletzungen. Nach einem kurzen aber qualvollen Leben in engen und teilweise verdreckten Käfigen werden die Pelztiere vergast, per Stromschlag getötet oder einfach erschlagen. Es kommt vor, dass Tiere bei der anschliessenden Häutung noch leben. Viele Tiere werden sehr jung, im Alter von einigen Monaten, „geerntet“ - wie das Töten der Tiere zynisch genannt wird. Ihre Artgenossen in Freiheit werden, je nach Tierart, 10-15 Jahre alt.

2010 wurden über 50 Millionen Pelztiere für Pelzfarmen „produziert“, seither ist die Produktion stetig gestiegen.Die wichtigsten Produktionsländer für Pelz aus Farmhaltung sind China, Dänemark*, Russland, Finnland, USA, Holland**, Norwegen und Polen.

* Dänemark: Das dänische Parlament hat am 29. Mai 2009 beschlossen, mit einer Übergangsfrist bis 2023, das Züchten von Füchsen für die Pelzproduktion aus ethischen Gründen zu verbieten.
** Holland: Am 18. Dezember 2012 hat der holländische Senat für ein Verbot der Produktion von Nerzpelzen aus ethischen Gründen gestimmt, dies tritt ab 2024 in Kraft. Die Zucht von anderen Pelztieren (Füchse und Chinchillas) ist bereits seit 2008 verboten.
 
Die weltweiten Umsatzzahlen für Pelz steigen kontinuierlich. 2011/12 lagen diese laut IFTF (International Fur Trade Federation) bei rund 15 Milliarden US Dollar. Im Jahr 2001/2002 machte die Branche noch einen Umsatz von 10,9 Mrd. US Dollar. Das bedeutet eine Wertsteigerung von 44% im Zeitraum der letzten 10 Jahre. In der Schweiz wurden 2012 knapp 283 Tonnen Pelz eingeführt. Das sind 25% mehr als im Vorjahr. Seit 2008 hat sich die Menge von eingeführten Pelzen vervierfacht. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung.
Der Hauptanteil der Pelze wurde durch Auktionshäuser in Dänemark, Finnland, Kanada, USA und Russland verkauft.
Bei der weltweit grössten Nerz-Auktion im dänischen Kopenhagen gingen im Juni 2013 über 4.6 Mio. Nerzfelle über den Auktionstisch. Der Durchschnittspreis für dänischen Pelz ist seit 2009 um das Dreifache gestiegen. Gleichzeitig wurden auch auf den Auktionen in Europa und Nordamerika Rekordpreise erzielt. Hinter dem Nerz-Boom steckt die starke Nachfrage aus Russland, dem mit 20% des Weltmarktes grössten Verbraucher, sowie China, dem am schnellsten wachsenden Abnehmer (16%).

Die Nachfrage nach Pelz steigt im asiatischen Raum in Ländern wie China, Korea, Ukraine und Südamerika stetig an. an. In dieser Region haben sich die Verkäufe im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Damit übertreffen sie mittlerweile die Nachfrage in anderen Ländern: Europa mit 28 Prozent, Eurasien (Russland, Türkei, Ukraine, Kasachstan) mit 27,7 Prozent und schliesslich Amerika (Nord und Süd) mit etwas mehr als 7 Prozent.

Erfreuliche Nachrichten: Preiszerfall auf Auktionen 2014!
Dänische und finnische Auktionen, vermelden einen massiven Preiszerfall von 55% bei Nerz-Fellen. Die Gründe dafür liegen in der rapiden Verkaufsabnahme von Luxus - Pelzgütern in China. Dies einerseits wegen den milden Temperaturen im vergangenen Winter, vor allem aber auch wegen dem eingeschränkten Fluss von Korruptionsgeldern und dem neuen Bewusstsein der jüngeren Generation zum Elend in der Pelzproduktion.
Die entsprechende Information der furfree Alliance finden Sie hier
 
Die zwei Formen der Pelzgewinnung:
Farmtierhaltung und Fallenjagd
 
 
85% des verkauften Pelzes stammen aus der Farmhaltung, 15% aus Wildfang (Fallenfang).

Die Farmtierhaltung
Farmtierpelz wird weltweit unter standardisierten Bedingungen produziert. Diese industrielle Käfighaltung von Wildtieren ist äusserst tierquälerisch. Irreführender Weise nennen sich die Pelztierzüchter „Pelzfarmer“ und versuchen das Bild eines landwirtschaftlichen Betriebes zu vermitteln. Die tierquälerische Käfighaltung von Wildtieren, die den Menschen naturgemäss meiden, kann in keinster Weise mit der Haltung von sogenannten „Nutztieren“ auf einem Bauernhof verglichen werden. Im Gegensatz zur Haltung von Nutztieren gibt es für die Haltung von Pelztieren lediglich „Empfehlungen“ (EU) oder sogenannte Standards. In China ist die Haltung von Pelztieren gar nicht gesetzlich geregelt. Die Tiere leben in engen, verdreckten Drahtkäfigen auf Gitterböden. Einzelgänger werden in Gruppen auf engstem Raum zusammen gepfercht gehalten. Verletze Tiere werden nicht behandelt. Und oft werden die Tiere mit Kadaverbrei aus ihren Art- und Leidensgenossen gefüttert.
 
» Welche Pelztiere werden in der Farmhaltung gehalten?
 
» Film: Es gibt KEINE artgerechte Pelztierhaltung! Die traurige Realität auf einer Pelztierfarm
 
 

Die Fallenjagd

Rund 15 % der gesamten Pelzgewinnung wird durch die sogenannte Fallenjagd abgedeckt. Zwar haben diese Tiere in Freiheit gelebt, ihr Sterben in einer Falle ist aber umso qualvoller. Millionen von Tieren geraten alljährlich in Fangeisen oder Schlingen. Die Tiere sterben nicht sofort, oft müssen sie tagelang ausharren, bevor sie „erlöst“ werden. Meist werden sie erschlagen um das wertvolle Fell nicht durch Schusslöcher zu beschädigen. In den USA und den GUS Staaten ist es noch üblich mit den sogenannten Fangeisen (Tellereisen) zu jagen. Diese Methode ist in Europa verboten. Bei den verzweifelten Versuchen sich zu befreien, beissen sich die Tiere nicht selten die eingeklemmte Pfote ab, natürlich haben sie mit solch schweren Verletzungen kaum Überlebenschancen.
 
» Welche Tiere werden mit Fallen gejagt?

 
Film: Es gibt KEINE artgerechte Pelztierhaltung! Die traurige Realität auf einer Pelztierfarm