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Australien in Flammen

 
Die Bilder von Australien waren schockierend und zutiefst verstörend. Gewaltige Buschbrände wüteten und zerstörten alles was ihnen in den Weg kam. Mensch, Tier, Fauna, Flora niemand blieb von dieser Urgewalt verschont und die surrealen Bilder der Zerstörung fressen sich tief in die ungläubigen Seelen der Betrachter. Australien litt in der Dürrezeit schon immer unter Buschfeuern, aber ein Schaden von diesem Ausmass war bisher unbekannt. Muss sich der Mensch an solche Verwüstungen gewöhnen, oder gibt es noch Rettung?

Das Ausmass der Zerstörung der brandbetroffenen Gegenden in Australien ist kaum aussprechbar. Über 10 Millionen Hektaren Wald sind abgebrannt – ein Gebiet mehr als doppelt so gross wie die Schweiz. Rund 25 Menschen sind ums Leben gekommen, über 2000 Häuser wurden zerstört.

Den Flammen zum Opfer fielen auch mehr als 100’000 sogenannte Nutztiere und die unglaubliche Zahl von mehr als einer Milliarde Wildtieren, verloren ihr Leben in den Flammen.

Wer trägt die Schuld am Drama in Australien?

Die Themen Klimawandel, Erderwärmung, Dürre und Wassermangel sind omnipräsent und jedem sollte klar sein, dass wir Alle eine gewisse Verantwortung mittragen. Im Zusammenhang mit diesen Themen darf nicht mehr national gedacht werden. Die Bedrohung, dass die Natur unter der Belastung des Menschen kollabiert ist real und nicht allzu weit weg. Wir sind aufgefordert vernetzt und länderübergreifend zu denken und handeln.

Die Brände in Australien wurden nicht «nur» durch den Klimawandel ausgelöst. Verschiedene Ursachen führten zu diesem verheerenden Feuer. Es gibt Stimmen die sagen, dass auch das Umleiten von Wasserströmen, Flüssen und das Verbrauchen von Wasservorräten durch multinationale Konzerne mitverantwortlich sind.

Was kann ich tun?

Die schrecklichen Bilder von Australien weckten in uns allen den Wunsch zu helfen. Hilfe ist auch aus der Schweiz möglich. WWF zum Beispiel unterstützt Wildtierstationen, Wideraufforstungsprogramme und ein Projekt, welches Suchhunde für die überlebenden Koalas einsetzt. Mit Online Spendenaktionen kam jetzt eine Rekordsumme für gefährdete Tiere zusammen. Die verantwortlichen Politiker der betroffenen Gebiete sind nun gefordert dieses Geld im Sinne der Tiere einzusetzen.

Ganz wichtig aber ist es langfristig nachhaltiger zu leben und bewusst zu konsumieren. In diesem Zusammenhang ist weniger jedenfalls mehr: weniger Fleisch und tierische Produkte, weniger Auto und Flugzeug, weniger Kleider, Möbel kaufen und wenn langlebige Produkte zum Beispiel Second Hand.

Kann die Tierwelt Australiens gerettet werden?

Es ist still geworden in den betroffenen Waldgebieten Australiens. Dort, wo noch vor kurzer Zeit Tausende Kakadus kreischten, viele Vögel sangen, Koalas in den Bäumen kletterten, Kängurus Futter suchten und Flughunde durch die Luft schwebten, herrscht tödliche Stille. Nur wenige Tiere haben überlebt und sie sind verzweifelt auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Viele von ihnen sind verletzt und leiden still.

Tausende von Freiwilligen helfen mit, verletzte Tiere zu retten und pflegen. Mit grossem Einsatz und unendlich viel Geduld werden die angesengten und mit Brandwunden übersäten Tiere gesalbt, gefüttert, gereinigt und in trockene, saubere Tücher gehüllt. Bilder von endlos aneinander gereihten Kinderbetten mit verletzten Koalabären darin gehen durch die Presse. Man freut sich über jedes gerettete Leben, jede kleine Freude, die wieder in das Leben der gebeutelten Wildtiere einkehrt. Auch in der Schweiz werden Stoffbeutel für verwaiste Känguru’s und «Söckli» für verbrannte Koala Pfoten produziert und verschickt.

Damit die Tiere nach ihrer Gesundung wieder in die Freiheit entlassen werden können, werden Trinkwassersysteme und Nistkästen installiert.
 
Aufgeben gibt es nicht

Das Ausmass der Zerstörung in Australien ist äusserst beängstigend, und der Blick sollte sowohl in die Vergangenheit und Zukunft gerichtet werden. Was können wir aus dieser Katastrophe lernen? Wie verstärkt man den Kampf gegen den Klimawandel und wie steht es mit der Verantwortung des Einzelnen?

Die Rettung vieler Tierarten hängt davon ab, dass die Natur in den betroffenen Gegenden sorgfältig wiederaufgebaut wird, die Tiere Zeit bekommen den Schock zu überwinden und sich in Ruhe wieder ausbreiten können. Dies geschieht nicht von heute auf morgen, aber erste grüne Sprösslinge aus der verbrannten Erde zeigen deutlich was die Natur vorhat.