ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik
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Circus Royal - Das Ende eines Trauerspiels

 
Seit Jahren setzt sich ProTier für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ein. Besonderes Augenmerk legten wir auf den Circus Royal, da dieser bis ins Jahr 2019 Tiger und Löwen mitführte. Immer wieder dokumentierten wir die Probleme der Tierhaltung und führten Gespräche mit Oliver Skreinig und seiner Entourage. Jetzt endlich hat dieses Trauerspiel ein Ende!

Mitte Dezember verschwand Oliver Skreinig, Direktor von Circus Royal in einer Nacht – und Nebelaktion spurlos. Zurück liess er unbezahlte Artisten, illegal angeheuerte ausländische Angestellte, einen Schuldenberg und Tiere in einem schlechten Zustand. Um dem Ganzen die Krone auszusetzen heuerte der Mann bei einem deutschen Kleinzirkus an und liess sich in der Manege feiern.

«Im Januar hat die Staatsanwaltschaft Thurgau beim Bezirksgericht Kreuzlingen gegen Skreinig Anklage erhoben»

Die Anklagepunkte haben es in sich: Misswirtschaft, Unterlassung der Buchführung, Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung, Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, Zweckentfremdung von Arbeitgeberbeiträgen und mangelhafte Tierhaltung. Der Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Die Tierhaltung im Circus Royal war mangelhaft

Im Zusammenhang mit der Lancierung der Petition «Keine Wildtiere im Zirkus» der drei Organisationen ProTier, Tier im Recht und Vier Pfoten, suchten wir das Gespräch mit Zirkussen, welche Tiere mitführen. Die Gespräche mit Skreinig waren völlig fruchtlos, da er von sich und seiner Tierhaltung absolut überzeugt war.

Mit dem plötzlichen Abgang von Skreinig zeigt sich jetzt aber das ganze Ausmass der Katastrophe. Zwar wurden die Löwen bereits vor Ende der Tournee 2019 an Lacey (Zirkus Krone) zurückgegeben, aber die verbleibenden Tiere, insbesondere die Kamele zeigen sich in einem erbarmungswürdigen Zustand.

Die Tiere befinden sich in einem mangelhaften «Winterlager» in Roggwil (BE) und das Veterinäramt des Kantons Bern kümmert sich um sie. Circus Royal versuchte offenbar die Tiere in diesem schlechten Zustand noch gewinnbringend zu verkaufen.

Tiere gehören nicht in eine fahrende Einrichtung

«Der «Fall» Royal zeigt einmal mehr, dass Tiere unter den Bedingungen einer fahrenden Einrichtung leiden und nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können»

Im Gegenteil, sie müssen jederzeit funktionieren, die Platzverhältnisse sind beschränkt, natürliche Anlagen der Tiere können nicht gelebt werden und wenn dann noch das Geld knapp wird, sind die ausgelieferten Tiere verloren.

Bei einem der verschiedenen Kontrollbesuche, welche wir bei Circus Royal im Sommer 2018 durchführten, entdeckten wir in der Kamelgruppe ein frisch geborenes Fohlen. Noch unsicher auf den Beinen stand es neben seiner Mutter und betrachtete die Besucher zitternd. Wir wissen nicht, was aus dem Jungtier geworden ist, wenn wir aber an seine grossen, dunklen, unschuldigen Augen denken, hoffen wir von Herzen, dass es jetzt den Weg in ein artgerechtes Leben findet.
 
Weitere Infos "Keine Wildtiere im Zirkus!"