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Lebenshoftag Schweiz

 
 
«Es isch super gsi» - der erste Lebenshoftag Schweiz war grossartig!
 
Der Startschuss zum Lebenshoftag Schweiz fällt am 24. August um 9:30 Uhr auf der Vaikuntha Farm in Hunzenschwil (AG). Der Anfang ist wettertechnisch zwar etwas vernebelt, aber bald scheint die Sonne, nicht nur am Himmel, sondern auch auf allen Gesichtern. Die Hofbetreiber Daniel und Franziska Schmid und ihre Helfer haben den Anlass sehr liebevoll vorbereitet und gestaltet. Besonders die eigens angefertigten Portraits aller Tiere stossen auf viel Begeisterung. Und als Fränzi dem einen oder anderen Besucher ein Huhn auf den Arm gibt zum Streicheln, sind die Emotionen unübersehbar.

Auch Ganymed-Fohlenhof «ännet» der Grenze bei Schaffhausen begrüsst seine Besucher schon am Vormittag. Die Arbeit, welche Irina Wenk für schlachtgefährdete Fohlen leistet, hinterlässt bei den Besuchern grossen Eindruck: so gross, dass sie partout ihre Pferde in Irina’s Obhut geben würden.

Um Punkt 12 Uhr öffnet Hof Tante Martha in Romont BE ihren Besuchern die Tore. Die Ortschaft ist klein, und auch der Hof nicht riesig. Es mischen sich zirka 70 Personen auf dem Hof unter die Tiere. Es ist eine chaotisch-bunte Begegnung von Tier und Mensch, wo nicht nur die Hunde mit ihren Schicksalen, und die beiden Ochsen aus dem Versuchslabor zum Nachdenken anregen.

Ab 13 Uhr führen Stefanie Sutter und ihre Helfer auf dem Tierlignadenhof in Kaisten die Besucher über ihren Hof. Auf dem Tierlignadenhof halten sich die meisten Tiere auf dem Vorplatz auf. Die Besucher können so die Tiere hautnah erleben während diese auf dem Platz scharren, sonnen und sogar baden gehen.

Hof Narr in Hinteregg hat um 14 Uhr den Startschuss. Es ist sonnig, warm und auf dem Hofplatz hat es Platz für alle und alles: Tier, Mensch, Schaukeln, Sitzecken, Buffet… buchstäblich beherzt begrüssen Sarah und Georg Heiligtag die Besucher und fesseln mit ihren Reden, welche viel Stoff zum Nachdenken geben. Noch vor Ort wird gelernt und reflektiert und spätestens nach den Tierbegegnungen der bunten Narren-Familie haben sich viele Augen und Herzen geöffnet.

Kurz darauf, um 14:30 Uhr, empfängt auch Hof zuKUHnft in Wald seine Besucher. Toni und Yvonne Kathriner begrüssen sie mit Kaffee und Kuchen und während sich alle selig sonnen und geniessen, fängt Toni an zu reden. Toni, ehemaliger Bauer, hat mit der Umstellung von seinem Milchbetrieb auf einen Lebenshof Pionierarbeit geleistet. Und nicht nur, weil sein Kopf wusste, dass die Nutzung nicht stimmt: er ist mit Herz und Seele bei seinen Tieren und beseelt von der Arbeit mit ihnen. Er steht seinen Tieren, seinem Hof, dem Land, seiner Familie so nahe, dass man spürt, dass dies der einzig richtige Weg für ihn ist.

Gnadenhof Papillon ist froh, starten sie erst um 15 Uhr. Am Vormittag gibt es menschliche, tierische und sachliche Notfälle, welche ihre volle Aufmerksamkeit fordern. Trotz allem sind Olivier Bieli und sein Team parat, als die Besucher eintreffen und bescheren ihnen einzigartige Einblicke in die Welt der Tierglückseligkeit auf dem Lebenshof.

Schlusslicht bildet um 16 Uhr die Tierarche Seeland. Der Hof wartet ihren Besuchern mit einem veganem Foodtruck auf. Die Kühe, seit Anfang 2019 von jeglicher menschlichen Nutzung befreit, berühren das Herz, das Essen beglückt die Seele, bevor Gastgeber Urs Marti die Gäste begrüsst und in seiner Welt willkommen heisst. Die Besucher sind beeindruckt, als er von seinem Weg erzählt, den er gegangen ist mit seinem Hof: von traditionellem Familienbauernhof zu Lebenshof mit biologischer Landwirtschaft.
 
Der Lebenshoftag hat von allen Beteiligten einen riesigen Einsatz gefordert: vorbereitend von ProTier und durchführend von den Lebenshöfen gleichermassen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: “Es isch super gsi!” Aus Sicht der Höfe kam quasi unisono die Resonanz, dass die Organisation zwar aufwendig war, es aber eine grossartige Chance war, so viele neue, interessierte Besucher zu begrüssen und sie für ihre tierische Familie und ihre Vision für die Zukunft zu begeistern.

Für den Gnadenhof Papillon wurde von einem Besucher ein neues Taubenhaus zugesagt. Die Tierarche Seeland hat einen neuen Paten für ihre Tiere gewonnen. Und die Vaikuntha Farm bekommt von einem grosszügigen Besucher Hilfe für den Bau des dringend notwendigen Pferdestalls.

Aus Sicht von ProTier hat sich der Aufwand mehr als gelohnt! Der Tenor von Besuchern und Höfen zeigt in die gleiche Richtung: der Lebenshoftag trifft den Nerv der Zeit! In einer Zeit von Massentierhaltung, Überfluss und Klimastreiks zeigen die Höfe wie ein Funken Hoffnung am Horizont, wie eine lebbare Zukunft für Tier und Mensch gleichermassen aussehen kann. Wir haben am ersten Lebenshoftag beobachtet, wie die Tiere die Besucher berührt haben. Besonders schön waren die vielen Gespräche, die wir überall hatten und die Möglichkeit, die uns diesen Anlass geboten hat, treue ProTier-Mitglieder erstmals persönlich kennen lernen zu dürfen. Ausserdem sind wir von der Begeisterung überwältigt, welche die veganen Köstlichkeiten auf den Höfen ausgelöst haben. Viele Besucher kamen ins Schwärmen!

Diese Begeisterung ist ein erster Schritt. Ein erster Schritt weg von reiner Symptombekämpfung, wo Tiere in Not Tag für Tag Hilfe brauchen, hin zur Ursachenbekämpfung, wo die Tiere erst gar nicht in eine so krasse Leidenssituation geraten. Die Entscheidung liegt bei jedem persönlich, welche Schritte er in seinem Leben machen kann und will. ProTier hat mit dem Lebenshoftag Schweiz 2019 einen wichtigen Schritt gemacht und wir freuen uns tierisch auf jeden nächsten Schritt und den Lebenshoftag 2020. Hoffentlich gemeinsam mit Ihnen!
 
www.lebenshoefe-schweiz.ch