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Mehr als 70’000 Menschen unterschrieben die von ProTier, Tier im Recht und Vier Pfoten initiierte Petition «Keine Wildtiere im Zirkus!» Die Petition wurde im März 2018 in Bern überreicht und wir gehen davon aus, dass diese Stimmen ernst genommen werden.
Im Mai 2018 reichte die Grüne Politikerin Irene Kälin ausserdem eine Motion ein, dass der Bundesrat eine Liste mit Wildtieren führen sollte, die nicht in den Zirkus gehören. Auch diese ist hängig und der Bundesrat beruft sich einmal mehr auf das sogenannte strenge Tierschutzgesetz in der Schweiz – und natürlich passierte was passieren musste:
 

Der Zirkus Royal kommt 2019 wieder mit einer neuen Löwennummer

 
Die drei weiblichen Löwen, zwei braun und einer weiss, stammen aus einem der grössten Zirkusse der Welt, dem Zirkus Krone Deutschland und werden von Thomas Lacey, Bruder von Martin und Alex Lacey, vorgeführt. ProTier fehlt für diese Entscheidung jedes Verständnis, selbst wenn es stimmt, dass damit Peter Gassers letzter Wunsch erfüllt wird.

Mit der Begründung, dass die Saison im Sinne und Andenken des letzten Sommers verstorbenen Peter Gasser geplant würde, führt der Zirkus Royal 2019 wieder drei Löwinnen mit. Dem nicht genug, ist eines der Tiere weiss. Diese Farbe bei den Tieren beruht auf einem Gendefekt. Der Wildtierexperte Steven Seet vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin beurteilt das Mitführen von Wildtieren im Zirkus sehr kritisch. Er bestätigt, dass diese Tiere, auch wenn sie schon lange in Menschenhand leben, von der genetischen Prägung her ein Wildtier bleiben und auch entsprechend behandelt werden sollten. Dazu gehören keine Zirkusnummern und Kunststücke. Er hält fest, dass Löwen Bedürfnisse nach Platz und sozialem Austausch haben, welche im Zirkus nicht befriedigt werden können.

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus, da ihren spezifischen Bedürfnissen keine Rechnung getragen werden kann.

Der Nationalzirkus Knie verzichtet zum Wohle der Tiere seit 2004 auf deren mit- und vorführen. Aber freiwillig und im Sinne der Tiere ist offenbar nicht jedermanns Sache, deshalb ist eine gesetzliche Regelung unumgänglich.

In 28 europäischen Ländern ist die Wildtierhaltung im Zirkus geregelt. In vielen Fällen mit einem Verbot, in anderen durch Beschränkungen. Nur die Schweiz tut sich mit Regelungen dieser Art sehr schwer, was wir absolut nicht verstehen!

Wenn sogar ein Zirkusprofi wie Fredy Knie auf Raubkatzen Nummern verzichtet und seit 2016 die Elefanten zu Hause lässt, muss doch klar sein, dass Wildtiere nicht in den Zirkus gehören.


«Keine Wildtiere im Zirkus» jetzt erst recht
Wir bleiben dran, denn immer mehr Menschen wird bewusst, dass Tiere weder zu unserem Nutzen noch zu unserer Unterhaltung auf diesem Planeten leben. Sie bevölkern die Erde viel länger als unsere Spezies und werden wohl noch hier sein, wenn es den Menschen längst nicht mehr gibt.

Erst wenn die notwendige Anpassung im Tierschutzgesetz realisiert ist, können wir sicher sein, dass die Wildtiere auch in der Schweiz definitiv nicht mehr in die Manege zurückkehren müssen, Dafür braucht es noch weitere Aufklärungsarbeit im Parlament und Bundesrat, zusammen mit verschiedenen Parlamentariern sind die Organisationen dran.

Bis dahin kann lediglich jeder einzelne Bürger dazu beitragen, dass Wildtiere nicht mehr auf diese unsägliche Weise zur Schau gestellt werden. Mit dem Ende in der Manege soll aber vor allem auch erreicht werden, dass die publikumswirksamen Züchtungen und vermenschlichte Aufzucht endlich ein Ende finden.

Helfen Sie mit und besuchen Sie keinen Zirkus mit Wildtieren!
 
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PDF Icon   Medienmitteilung alle Organisationen als PDF
 
PDF Icon   Artikel "Keine Wildtiere im Zirkus!" - ProTier 1/19
 
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