ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik
ProTier
Alfred Escher-Str. 17
8002 Zürich
Tel. 044 201 25 03

PC-Konto 60-455782-5
IBAN: CH41 0900 0000 6045 5782 5

Pferde aus Hefenhofen versteigert – und viele Fragen bleiben offen

 
 
Auf dem Gelände des Kompetenzzentrums der Armee hat am Donnerstag der Kanton Thurgau die Pferde vom Hof U.K. verkauft. Ende gut alles gut? Wohl kaum, zu viele Fragen bleiben offen.
Wie ist es möglich, dass ein notorischer Tierquäler so viele Tiere auf seinem Hof halten konnte? Welche Mechanismen haben versagt und wie wird dies zukünftig verhindert? Reicht dazu eine externe Untersuchungskommission oder müssen nicht eher die ganzen Strukturen des Tierschutzgesetz Vollzuges neu überdacht werden? Wie können die Kontrollprozesse in Zukunft sichergestellt werden und wer sorgt für Transparenz?
Am meisten aber bewegt die Frage, warum wurden zweidrittel der Kühe aus «wirtschaftlichen Gründen» geschlachtet und warum werden die 100 Schweine «sauber ausgemästet» und dann geschlachtet? Warum ist eigentlich klar, es ist «normal», denn Kühe und Schweine sind «Nutz»tiere, ihr Daseinszweck besteht einzig und allein darin dem Menschen als «Nahrung» zu dienen.

Im Fall Hefenhofen zeigt sich der ganze Wahnsinn dieses Systems, wie laut wäre der Aufschrei gewesen, hätte man die Pferde aus wirtschaftlichen Gründen geschlachtet oder «sauber» ausgemästet. Tiere wollen leben! Alle Tiere haben Gefühle wie Angst, Freude, Trauer und Schmerz, - alle Tiere sind leidensfähig, völlig unabhängig von ihrer äusseren Erscheinung. Dass der Mensch die Einen zu «Nutz»tieren gemacht hat, davon wissen die Tiere nichts, und es ändert nichts an ihrem Bedürfnis, leben zu wollen!
 
Vollzugsmängel im Tierschutzrecht - offener Brief an Bundesrat Alain Berset, EDI 
 
Der Brief wird von 48 Organisationen mitgetragen und wir hoffen, dass dieser grosse Zuspruch klar macht, dass die Umsetzung der Tierschutzgesetzgebung nicht ausschliesslich Sache der Kantone ist. Vielmehr steht auch der Bund in der Verantwortung und hat seine Aufsichtspflichten über den Vollzug entsprechend wahrzunehmen.

Nur mit der konsequenten Umsetzung des Tierschutzrechts kann zukünftiges Tierleid verhindert oder zumindest verringert werden. Mit dem Schreiben an Herrn Berset wollen wir in genereller Weise auf die schweizweit bestehenden Vollzugsmängel aufmerksam machen.
 
PDF Icon   Offener Brief an Bundesrat Alain Berset, EDI