ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik
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Die vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Bereich der Zirkustiere vermeldeten "Verbesserungen" in der Haltung und im Umgang mit Wildtieren, lassen im Bereich der Zirkustiere massiv zu wünschen übrig. ProTier hatte in der Vernehmlassung gefordert, dass neu für eine Tourneebewilligung jeweils konkrete Angaben zu den im Programm geführten Dressurnummern mit (Wild)Tieren zwingend sein sollen:

- Eingesetzte Tierart und Anzahl Tiere pro Dressurnummer
- Genauer Beschrieb (Aufbau und Ablauf, Belastungsintensität) der Dressurnummer
- Einsatzhäufigkeit jedes einzelnen Tieres in der Manege

Das BLV ist in seiner Ausgestaltung der Verordnung Wildtiere auf diesen Punkt (der von weiteren Tierschutzorganisationen unterstützt wurde) nicht eingegangen. Somit kann weiterhin jeder Zirkus mit Tieren in der Manege machen, was er will. Natürlich unterliegt auch der Umgang mit Zirkustieren den allgemeinen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Doch besteht gerade beim Einsatz der Tiere in der Manege eine erhebliche Grauzone. Eine Überforderung oder gar Tierquälerei müssen nicht immer offensichtlich sein, und allein die Benutzung von Tieren zur menschlichen Unterhaltung wirft schon Fragen des Tolerier- und ethisch Vertretbaren im Hinblick auf die Tierwürde auf.

Dass die Behörden eine Prüfung der Dressurnummern im Vorfeld nicht für notwendig erachten ist nicht nachvollziehbar. Was die Tiere im Rahmen einer Dressur leisten müssen, ist also auch künftig kein Kriterium für das Erteilen einer Tourneebewilligung.

Ebenso enttäuschend ist, dass Wildtiere im Zirkus weiterhin in bis zu 30% kleineren Gehegen gehalten werden dürfen, als es von Zoos oder privaten Tierhalten verlangt wird. Unter bestimmten Voraussetzungen ist an Standorten mit schwierigen Platzverhältnissen sogar ein nochmaliges Unterschreiten der Gehegegrössen zulässig. Dies obwohl, wie das BLV selber auch immer wieder eingesteht, die üblichen Haltungsbestimmungen bereits lediglich Mindestanforderungen darstellen – welche dem Aspekt des Tierwohls zum Teil nur minimal gerecht werden.

Eine ebenfalls geforderte Schwarze Liste für Tiere, welche von Zirkussen nicht mitgeführt werden dürfen, weil sie auf Tournee unmöglich auch nur annähernd artgerecht gehalten werden können (z.B. Elefanten, Grossraubkatzen u.a), ist für das BLV leider ebenfalls kein Thema.