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| Bärenjagd in Osteuropa
Die Jagd auf wilde Bären in Osteuropa ist ein lukratives Geschäft. Zur Profitsteigerung werden die offiziellen Bestandszahlen künstlich überhöht, um so die Jagdquoten heraufzusetzen.
Bis zu 7000 Euro müssen abschusswütige Jäger in Rumänien auf den Tisch legen, um einen Bären zur Strecke zu bringen. Doch die Summe wirkt keineswegs abschreckend – im Gegenteil, die Jagdmöglichkeit lockt immer mehr ausländische Trophäenjäger an. Auf den Geschmack gekommen, schraubt Rumänien, wie auch andere Bärenländer, die Bestandszahlen künstlich hoch, um die Jagdquoten zu steigern.
Ulrike Kirsch
So spricht die rumänische Regierung von etwa 6000 Braunbären, während Naturschützer von nur noch ungefähr 2000 Exemplaren ausgehen. Sie warnen, dass das Jagdfieber zur Ausrottung der Tiere führen kann. So soll es bis zum Ende des Kommunismus, währenddessen ein totales Jagdverbot auf Bären bestand, noch knapp 8000 Tiere in den rumänischen Karpaten gegeben haben.
Fragwürdige Methoden
Die rumänische Naturschutzorganisation Aves wirft ihrer Regierung vor, die Zahlen zu manipulieren. Bei einer in der Region Harghita im Jahr 2003 durchgeführten Bestandsaufnahme kamen die Naturschützer auf 250, die Regierung jedoch auf 753 Bären. Aves glaubt, dass die Behörden dieselben Tiere zwei oder dreimal zählen. Die Organisation kritisiert zudem die oftmals äusserst fragwürdigen Jagdmethoden. So sollen eigentlich zum Beobachten von Bären gedachte Unterstände auch zum Abschuss aus sicherer Entfernung benutzt werden. Andere illegale Methoden seien unter anderen die Verwendung von toten Kühen und Pferden als Köder, der Abschuss von Muttertieren, die Junge haben, oder die Jagd in Bärenhöhlen.
Andere Länder – gleiche Methode
Rumänien hat bislang noch den grössten Braunbärenbestand in Europa. Kleinere Populationen der Allesfresser gibt es beispielsweise auch in der Slowakei, in Kroatien und Slowenien. Ähnlich wie in Rumänien, liegen die offiziellen Bestandsangaben weit über der Schätzung von Naturschützern. So gehen offizielle Schätzungen in der Slowakei von 1200 bis 1300 Bären aus, während der WWF eine Population von 600 bis 800 Exemplaren für realistisch hält. In Slowenien sollen nach Expertenschätzungen seit Jahren etwa 400 Bären leben. «Dann kommt die Regierung an und erzählt, dass sich der Bestand sehr gut entwickelt habe und es wohl an die 700 bis 800 Bären seien – das ist genau die Argumentation, um Jagdquoten zu erhöhen», erklärt Gabriel Schwaderer von der deutschen Stiftung EURONATUR.
Sollte die rumänische Regierung nicht bereit sein, gegen das «Massakrieren» von Bären vorzugehen, droht Aves mit Beschwerden beim Europäischen Parlament.
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