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Orang-Utan
Foto: zvg. |
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Foto: André Lucas |
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| Die «Waldmenschen» Borneos in Not
Die Orang-Utans verlieren ihre Wälder
Vor zehn Jahren wurde die auch von ProTier unterstützte Auffangstation Wanariset für Orang-Utans auf Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos, ins Leben gerufen. Doch der Kampf gegen die Ausrottung der «Waldmenschen» ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Vernichtung der Urwälder, der menschliche Bevölkerungsdruck und die Wilderei setzen den gemütlichen Menschenaffen schwer zu.
Von Ulrike Kirsch
Die zwei Orang-Utan-Babys lagen sich noch in den Armen, als sie in einem Rucksack tot aufgefunden wurden. Zwei Diebe, die die Äffchen aus dem Zoo von Jakarta gestohlen hatten, liessen sie auf der Flucht vor der Polizei am Strassenrand liegen. Dank der von der Balikpapan Orang-Utan Survival Foundation (BOS) ausgesetzten Belohnung konnten die beiden Übeltäter – ein Zooangestellter und sein Kumpane – schnell ergriffen werden. Sie werden vor Gericht gestellt.
Nicht zuletzt der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der BOS-Mitarbeiter und ihrem Kampf gegen den verbotenen Handel mit den bedrohten Menschenaffen ist es zu verdanken, dass immer mehr Schwarzmarkthändler sogar mit Freiheitsentzug bestraft werden. Entsprechende Berichterstattungen in den Zeitungen verfehlen ihre Wirkung nicht und veranlassen Besitzer oftmals, ihre illegal gehaltenen «Haustiere» freiwillig an die zur BOS gehörenden Wanariset-Station zu übergeben, wo die Orangs auf ihre Auswilderung vorbereitet werden. Doch trotz der gelegentlichen Erfolge setzt sich der Kampf zwischen den Naturschützern und ihren Gegnern vehement fort. Erst kürzlich umringten 40 Tierhändler eine Polizeistation und forderten die Freilassung eines dort in Untersuchungshaft einsitzenden Kollegen. Die Polizei zeigte sich unnachgiebig, und der Händler wurde später zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Auch Morddrohungen gehören für den holländischen Leiter des Zentrums, Willie Smits, und sein Team noch immer zum Alltag.
Zerstückelter Lebensraum
Während sich die Mitarbeiter des Rehabilitationszentrums unermüdlich für ihre langhaarigen Zöglinge einsetzen, um sie auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten, schreitet die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes der von Einheimischen «Waldmenschen» genannten Orang-Utans unaufhaltsam voran. Noch immer leidet Indonesien unter den Folgen der verheerenden Waldbrände in den Jahren 1997 und 1998, begleitet von wirtschaftlichem Elend sowie politischen und sozialen Unruhen. In diesen unsicheren Zeiten hat das illegale Abholzen der Regenwälder wieder bedrohliche Ausmasse angenommen – jedes Jahr wird in Indonesien ein der Grösse Belgiens entsprechendes Regenwaldgebiet vernichtet. Der Lebensraum der Grossaffen wird so immer mehr zerstückelt, während gleichzeitig der Handel mit den geschützten Primaten wieder zunimmt.
Zurück in die Wildnis
Knapp 200 der im Erwachsenenalter bis zu 1,40 Meter grossen und bis zu 100 Kilogramm schweren Menschenaffen werden derzeit in Wanariset gepflegt und schrittweise an ein selbständiges Leben gewöhnt. Viele wurden im Babyalter ihren Müttern entrissen und müssen alle für das Überleben in der Wildnis notwendigen Fertigkeiten erst noch lernen, wie Nestbau und Nahrungssuche. Das Zentrum wurde inzwischen um eine Klinik mit Operationssaal und Röntgen-Station sowie eine neue Anlage für die vielen mit Hepatitis B infizierten Orang-Utans erweitert. Des Weiteren sollen die Kajan-Inseln für das Projekt gesichert werden. Die zwei Inseln mit insgesamt etwa 152 Hektaren Wald, die durch den Fluss Rungan von restlichen Wäldern isoliert sind, bieten optimale Voraussetzungen als vorübergehende Auswilderungszone. In dieser letzten Phase vor der endgültigen Entlassung in die Freiheit leben die Affen bereits in ihrem natürlichen Lebensraum, werden aber noch überwacht.
Nur noch 25 000 «Waldmenschen»
Seit etwa 12 bis 16 Millionen Jahren leben Orang-Utans, mit denen wir immerhin 98,37 Prozent der DNS (Erbgut) teilen, auf unserer Erde. Die grössten Baumbewohner des Tierreichs waren einst in ganz Südostasien verbreitet. Doch – gewissermassen – im Bruchteil einer Sekunde schaffte es der Mensch, seine friedfertigen Verwandten nahezu auszurotten. Der Bestand der nur noch auf Sumatra und Borneo vorkommenden «Waldmenschen» schrumpfte im letzten Jahrhundert um etwa 90 Prozent auf heute schätzungsweise weniger als 25 000 Exemplare. «Wir können doch nicht einfach dasitzen und zusehen, wie sie vor unseren Augen aussterben», appellierte Willie Smits auf einer «Tournee» durch Europa und die USA Ende letzten Jahres an die westlichen Nationen. Doch: Die zugesagten Mittel werden das Überleben der Station nur für ein paar Monate sichern können.
Hilfe für Orang-Utan-Babys
ProTier wird sich weiterhin für die verwaisten Orang-Utan-Babys einsetzen und das Wanariset-Rehabilitationszentrum unterstützen. Helfen Sie mit: Spenden unter dem Stichwort «Affenhilfe» auf unser PC-Konto 80-37221-2 kommen direkt diesem und anderen Projekten zum Schutz unserer nächsten Verwandten im Tierreich zugute.
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