ProTier International
Arco Nepal
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
ARCO-Nepal Projekt «Bedrohte Schildkröten in Nepal»

Um die stark bedrohten Schildkrötenarten in Nepal vor dem Aussterben zu retten (wir berichteten), wurde im Oktober 1998 durch die Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens mit dem nepalesischen King Mahendra Trust for Nature Conservation ein erster wichtiger Schritt realisiert. Auf einem Gelände in der Pufferzone des königlichen Chitwan-Nationalparks soll jetzt die erste Schildkrötenstation des Landes als Auffangbasis zur Beobachtung und Arterhaltungszucht entstehen.
Die Zeit drängt, denn immer mehr der gepanzerten Kriechtiere verlieren ihre Lebensräume in dem bettelarmen Land. Sogar unter militärischer Kontrolle verschwindet hektarweise Primärwald aus den Nationalparks im Süden des Landes. Unzählige Tonnen Edelholz werden zum Jahreswechsel, wenn der Zugang zu den Parks fürs Grasschneiden zur Bedeckung der Häuser freigegeben wird, aus den Parks geschmuggelt. Selbst wenn bei gelegentlichen Kontrollen die Waldfrevler gefasst werden, müssen diese meist nur das geschlagene Holz zurücklassen, welches dann der Versorgung der Militärstation dient, und dürfen ihres Weges ziehen. In Ostnepal, im Charali Forest, sind fast alle alten Bäume im unteren Bereich ihrer Rinde beraubt, um sie so zum Absterben zu bringen, um später «legal» als Brennholz genutzt werden zu können. Zusätzlich reduzieren Landwirtschaft, Industrie und Siedlungsbau weitere Lebensräume oder unterbinden die letzten Habitatvernetzungen.
Lebende Schildkröten dienen weiterhin der Nahrungsbeschaffung. Kleinere Exemplare und Jungtiere kocht man für Suppen aus. Den grossen Weichschildkröten durchbohrt man Vorder- und Hinterbeine, vernäht diese miteinander oder fixiert sie mit Draht, um sie am Weglaufen zu hindern. Für die geschundenen Tiere beginnt dann ein langes Martyrium, denn der Marktwert lebender Schildkröten ist sehr hoch, da sie länger gelagert oder für den Export verwendet werden können. Darüber hinaus sammelt fast die gesamte Bevölkerung, vor allem Kinder, Schildkröten, wo immer sie zufällig auftauchen. Diese Tiere landen dann üblicherweise im Kochtopf.
Diesen massiven Entnahmen haben die Tiere nichts entgegenzusetzen, ihre natürliche Vermehrung – soweit dies überhaupt noch möglich ist – kann mit dem Raubbau nicht mithalten. Hier will das ARCO-Projekt einen für das Überleben der betroffenen Arten entscheidenden Akzent setzen. Das Projektgelände ist geschützt und beinhaltet begrenzende Waldstreifen, offene Flächen und mit Niedrigvegetation bewachsene Bereiche. Die natürlich vorhandene Struktur mit Geländevertiefungen, Mulden und Hangkanten soll zum Bau von Wasser-, Trocken-, Ruhe-, Sonnen- und Schattenbereichen genutzt werden. Gesonderte Eiablageplätze sind in der von Professor Schröter von der Universität Wuppertal entworfenen Anlage natürlich ebenfalls berücksichtigt. Die Projektanlage soll durch ein Wärterhäuschen bewacht und mit einem kleinen Infocenter kombiniert werden. Durch Einnahmen über Eintrittspreise und den Verkauf von Informationsmaterial an Touristen könnte die Station einen grossen Teil ihrer laufenden Kosten selbst erwirtschaften.
Für die Realisierung der Schildkrötenrettungsstation sind Baukosten in Höhe von etwa 34000 Franken veranschlagt. Da jetzt schnell gehandelt werden muss, hat ProTier den Wissenschaftern von ARCO-Nepal nochmals 2000 Franken gespendet. Aber noch immer sind nicht alle Mittel zusammen, um die Station fertigstellen zu können.

U. Karlowski

Bitte helfen Sie mit:
ProTier will gemeinsam mit ARCO-Nepal die 15 in Nepal heimischen Schildkrötenarten vor dem sicheren Artentod retten.
Spenden mit dem Vermerk «NEPAL» auf unser PC-Konto: 80-37221.2 kommen in voller Höhe direkt der bedrohten Reptilien- und Amphibienfauna in Nepal zugute.